9.9 C
Hamburg
Donnerstag, April 15, 2021
Start News An­kün­di­gung Das Online-Programm im April: Inspiriert von magischen Wirklichkeiten, 10 Jahre Arabischer Frühling...

Das Online-Programm im April: Inspiriert von magischen Wirklichkeiten, 10 Jahre Arabischer Frühling und aktuelle Inszenierungen im Stream

Mit einer erstmaligen Kooperation machen vier Hamburger Kulturinstitutionen dem Publikum ein Ostergeschenk: Inspiriert von der metaphysischen Kunst Giorgio de Chiricos haben SchauSpielHaus, Thalia Theater und Ensemble Resonanz Videos zu der groß angelegten De Chirico-Ausstellung MAGISCHE WIRKLICHKEIT der Kunsthalle entwickelt. Das Kooperationsprojekt trägt den Namen Im Gehirn des Kindes – bezogen auf eines der Hauptwerke der Ausstellung: Das Gehirn des Kindes. Entstanden sind insgesamt sieben Filme. Auf der Website der Hamburger Kunsthalle werden alle Videos ab ca. Mitte April 2021 gebündelt präsentiert – schon jetzt sind hier drei Videos online abrufbar. Das Thalia Theater zeigt seinen Beitrag ab Ostersamstag auf der Website des Theaters.

Eine Einladung zum Weinen, zum Lachen und zum Tanzen und zugleich eine Begegnung zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist die szenische Lesung Heimatversuche – وطن تجريبي 10 Jahre Arabischer Frühling, die das Thalia Theater am 9. April live aus dem Nachtasyl streamt. Der Schauspieler Shahin Shekho setzt sich mit literarischen Werken des syrischen Autors Muhammad Al-Maghout (1934 – 2006) auseinander und definiert sie, gemeinsam mit der Schauspielerin Solomia Kushnir, in seiner Lesung durch Überschreibung, Film und Musik neu (auf Arabisch und Deutsch).

Auch im Rahmen der „Tage des Exils“ zeigt das Thalia Theater noch einmal die multimediale Performance Ziegenkäse in Streichholzschachteln, von dem Kollektiv |All Das|, das aus der 2015 gegründeten Embassy of Hope am Thalia Theater hervorgegangen ist. Die Aufzeichnung des Livestreams ist am 18. April mit Untertiteln in fünf Sprachen zu sehen – Russisch, Ukrainisch, Türkisch, Arabisch und Englisch.

Dass Theater im Stream eine eigene künstlerische Sprache finden kann, beweisen drei Inszenierungen aus der laufenden Saison: Am Ostersamstag steht mit Der Geizige oder Die Schule der Lügner von Molière eines der beliebtesten Stücke des aktuellen Repertoires auf dem Programm. Entstanden und gespielt unter Corona-Bedingungen, wird die Inszenierung von Theater- und Filmregisseur Leander Haußmann mit Split-Screen und sechs Kameras zu einem Bildschirm-Erlebnis. Die Aufzeichnung ist am 3., 14. und 24. April zu sehen, wahlweise mit türkischen Untertiteln.

Vom Film auf die Bühne zurück an den Bildschirm: Jan Bosses Theaterfassung des 70er Jahre-Kultfilms Network von 1976 spielt in einem Fernsehstudio – in der Aufzeichnung des Livestreams spiegelt sich das Miteinander von theatralem Live-Moment und filmischer Adaption also gleich dreifach. Die Inszenierung mit Wolfram Koch in der Rolle des TV-Moderators Howard Beale ist am 10., 21. und 28. April zu erleben, auf Wunsch mit englischen Untertiteln. Der ergänzende Podcast Network: Demokratie, Populismus und Medien mit Thalia Intendant Joachim Lux und Hamburgs Senator für Kultur und Medien, Carsten Brosda, ist auf der Website des Theaters, Spotify und Soundclound zu hören.

Shakespeares Maß für Maß wurde von Dramatiker Thomas Melle („Die Welt im Rücken“) in einer neuen Bearbeitung ins 21. Jahrhundert geholt, Stefan Pucher hat die black comedy über Recht und Gerechtigkeit in opulenten Bildern inszeniert – mit vielen Videoinstallationen auf der Bühne, die im Stream in eine neue Form übersetzt werden (am 7. und 17. April).

Am 23. April startet auf ThaliaDigital ein neues Projekt aus der Reihe „Freiflug“ der Regie- und Ausstattungsassistent*innen am Thalia Theater. In *innen Stadt untersuchen Nadin Schumacher und Katharina Arkit den räumlichen Verweis an gesellschaftlich konnotierte Orte, als auch an aktuell aufgrund der Pandemie geschlossene Orte. In insgesamt drei Kurzfilmen, die ab Ende April jeweils mit einem Abstand von zwei Wochen gezeigt werden, werden weibliche Wirklichkeiten, Utopien und Dystopien aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Aus einer Reihe von Texten von Frauen, mit starken weiblichen Protagonistinnen oder Handlungssträngen entsteht so ein Panorama der Stimmen. In derselben Reihe steht am 24. April am Nachmittag noch einmal der Zoom-Walk Park. Ein Statt-Gespräch von Moritz Reichhardt auf dem Programm.

Thalia Theater / 31.03.2021

Foto: Thalia Theater / Armin Smailovic

Anzeigen

-Advertisment -

Most Popular