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Donnerstag, April 15, 2021
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SchauSpielHaus zeigt legendäre »Lulu«-Inszenierung von Peter Zadek im Stream

Peter Zadeks legendäre und vielfach ausgezeichnete Inszenierung mit großer Besetzung aus dem Jahr 1988 hat an der Kirchenallee Theatergeschichte geschrieben. Nun zeigt das Deutsche SchauSpielHaus am 17/4 den Klassiker in der Aufzeichnung des WDR von 1991 als Stream. Lulu von Frank Wedekind. Regie: Peter Zadek

Das SchauSpielHaus holt eine weitere Kostbarkeit aus seinem Archiv: Peter Zadeks legendärer »Lulu« Inszenierung mit Susanne Lothar in der Titelrolle, Matthias Fuchs, Heinz Schubert, Ulrich Tukur, Ulrich Wildgruber und vielen weiteren großartigen Schauspieler*innen. Lulu ist ein junges Mädchen, das von männlichen „Beschützern“ abhängig ist und die sie sexuell bei Laune hält. Wedekind nannte seine 1894 abgeschlossene fünfaktige Urfassung im Untertitel „Eine Monstretragödie“. Zwei Jahrzehnte lang wird er, genötigt durch Zensur wie durch Gerichtsprozesse, den Stoff umarbeiten und entschärfen. Erst in Peter Zadeks Inszenierung, 1988 am Hamburger Schauspielhaus, wurde Wedekinds Urfassung in ihrer tabulosen Drastik und harten Sprache uraufgeführt. Die Inszenierung wurde ein Triumph – für das Stück, den Regisseur und sein Ensemble.

Peter Zadek: „Irgendwann Anfang der achtziger Jahre in einem Hamburger Restaurant (Silvester, glaube ich, bei Cuneo). Ingrid Andree ist da, berühmte Lulu von damals, und Tochter Suse Lothar, junge, anfangende Schauspielerin. Die Sicherheit, dass ich mit dieser Schauspielerin »Lulu« inszenieren will (kann). Warum? Keine Ahnung. »Lulu« ist ein Stück über Projektion. Der Regisseur muss sich mit den Projektionen von vielen Männern identifizieren können. 1900 war Lulu ein Killer. Heute ein Opfer. Lulu hält durch… Sexuelle Mutter Courage. Man muss sie aus der legendären Femme-fatale-Welt der Jahrhundertwende lösen, auch aus dem Dietrich-Land der zwanziger Jahre. Eine deutsche Frau, zwischen Masochismus (extrem), grimmigem Durchhaltevermögen und wilder romantischer Phantasie. ‚Ich träume davon, einem Triebverbrecher in die Hände zu fallen!‘ Die Sucht nach dem Absoluten, der Utopie, dem Tod. Die Erlösung von der Sehnsucht.“ (Theater heute Jahrbuch 1988)

SchauSpielHaus / 31.03.2021

Foto: SchauSpielHaus / Roswitha Hecke

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