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Donnerstag, April 15, 2021
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Türkischer Export von Haselnüssen leicht gesunken

Die Türkei ist der weltgrößte Exporteur von Haselnüssen, mit einem Weltmarktanteil von 70%. Weitere Haselnuss-Exportländer sind Italien (9%), Azerbaijan 4.8%, USA 3.6 %, Chile 3.1% (Zahlen der FAO). Die türkischen Haselnussexporte beliefen sich in den ersten 6 Monaten der Exportsaison (Sept-Feb) auf fast 160 000 Tonnen, gab der Verband der Schwarzmeerexporteure von Haselnüssen und Haselnussprodukten am Dienstag bekannt. Diese Menge war zwar 27,5% geringer als im letzten Jahr, der Umsatz sank jedoch nur um 21,6%, da der Preis der Nuss leicht gestiegen ist. 42% der Haselnussexporte des Landes bestanden aus verarbeiteten Produkten im Wert von 478,9 Millionen US$. Der wichtigste Markt ist auch in dieser Saison die EU, mit bisher 117 000 Tonnen importierten Haselnüssen. In der EU ist Deutschland der größte Importeur.

Haselnusssträucher werden vor allem im Schwarzmeergebiet angebaut, allen voran in den Gebieten Ordu und Giresun. Die Pflanze wächst nur bei Durchschnittstemperaturen von 13-16 Grad Celsius und mindestens 700 mm Regen im Jahr. Menschen haben sich schon seit tausenden Jahren von diesen nahrhaften Nüssen ernährt, die an 5 – 6 Meter hohen Sträuchern wachsen, leicht zu pflücken sind und sich gut aufbewahren lassen. Da sie jedoch im Schwarzmeergebiet an steilen Hängen wachsen, müssen sie von Hand geerntet werden. Ganze Familien werden dazu aus anderen Teilen der Türkei von sog. dayıbaşı hergekarrt, um unter schwierigen Bedingungen zu arbeiten – sogar mit ihren Kindern.

Die Haselnussplantagen gehören meist Kleinbauern, die an Exportfirmen weiterverkaufen. Von 1938 bis 2000 verkauften sie ihre Ernte zu garantierten Preisen an die halbstaatliche türkische Firma Fiskobirlik. Dann wurde der Haselnusshandel von der Regierung liberalisiert, und mehrere Zwischenhändler teilen sich jetzt den Markt. Allein das italienische Süßwarenunternehmen FERRERO kontrolliert inzwischen mit der Firma Oltan 20-30% der Weltproduktion. Die Kleinbauern aber müssen um ihre Preise kämpfen. (taz 12. Februar 2020).

Svenja Ipsen / 04.03.2021

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