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IWF-Direktorin warnt: Weltwirtschaft steht an Weggabelung

Die globale Ökonomie befinde sich an einer ‚Weggabelung‘, sagte die geschäftsführende Direktorin des IWF (Internationaler Währungsfonds) am vergangenen Mittwoch. Angesichts der langsamen Einführung von COVID-19 Impfungen in mehreren Ländern warnte Kristalina Georgiewa vor dem „hohen Risiko“, dass hochentwickelte Volkswirtschaften und einige Schwellenmärkte sich schneller erholen, Entwicklungsländer aber in den nächsten Jahren dahinsiechen würden. Diese Situation habe nicht nur die menschliche Tragödie der Pandemie verschlimmert, sondern auch das ökonomische Leid der Schwächsten, erklärte sie.

„Die Konvergenz zwischen Ländern kann nicht mehr als selbstverständlich angesehen werden.Vor der Krise hatten wir vorausgesagt, dass die Einkommensunterschiede zwischen den hochentwickelten Ökonomien und den 110 Schwellen- und Entwicklungsländern von 2020-2022 abnehmen würden. Jetzt schätzen wir jedoch, dass nur 52 Ökonomien in diesem Zeitraum aufholen werden, 58 dagegen werden zurückfallen.“ Mit Blick auf das in dieser Woche stattfindende Treffen der G20-Finanzminister und Zentralbanksdirektoren fragte sie: „Werden politische Entscheidungsträger etwas unternehmen, um dieser Divergenz vorzubeugen?“

Diese Divergenz trete auch innerhalb von Ländern auf: „Junge Menschen, Geringqualifizierte, Frauen und informell Beschäftigte sind überproportional von Arbeitzplatzverlusten betroffen. Allein in den G20-Ländern (ohne Indien und Saudi Arabien, aufgrund von Datenmangel) werde es dieses Jahr, im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie, schätzungsweise über 25 Millionen weniger Arbeitzplätze geben, und fast 20 Millionen weniger in 2022.“

Die IWF-Chefin nennt 3 Prioritäten, die jetzt politisch in Angriff genommen werden müssen: verstärkte Bemühungen zur Beendigung der Gesundheitskrise, verstärkte Maßnahmen zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise und verstärkte Unterstützung für die schwächsten Länder. Ausdrücklich schließt sie eine an die Bedürfnisse dieser Länder „angepasstere“ internationale Besteuerung von Großunternehmen ein.

Svenja Ipsen / 26.02.2021

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