5.5 C
Hamburg
Donnerstag, März 4, 2021
Start News An­kün­di­gung Kreditwürdigkeit der Türkei: "BB-"

Kreditwürdigkeit der Türkei: „BB-„

Fitch Ratings bewerte die Bonität (Kreditwürdigkeit) der Türkei am vergangenen Freitag wiederum mit ‚BB-‚ (wie im August 2020), verbesserte aber den Ausblick von negativ auf stabil.
„Die Geldpolitik ist erheblich restriktiver geworden, Devisenreserven haben sich stabilisiert und die Türkische Lira ist seit Anfang November um 18% gegenüber dem US Dollar gestiegen“, erklärte die internationale Ratingagentur.

Die Türkei sei unter einem neuen Team von Wirtschaftsexperten zu einem einheitlicheren und orthodoxeren Mix an Politikmaßnahmen zurückgekehrt. Dies habe dazu beigetragen, die Risiken der kurzfristigen Außenfinanzierung aufgrund der im letzten Jahr sinkenden Devisenbestände, das hohe Leistungsbilanzdefizit abzufedern. Damit habe sich das Vertrauen von Investoren wieder verbessert.

Die Agentur hob hervor, dass die Türkische Zentralbank unter ihrer neuen Leitung die Geldpolitik vereinfacht habe, um Transparenz und Berechenbarkeit zu verbessern. Sie verstärkte ihre Kommunikationsstrategie, erhob die Zinssätze im November und Dezember und zügelte das schnelle Kreditwachstum. Die Devisenreserven haben sich stabilisiert und etwas erholt.

Fitch Ratings gründet seine Bonitäts-Einschätzung auf die moderate Verschuldung von Staat und Haushalten und die große und diversifizierte türkische Wirtschaft mit ihrem dynamischen Privatsektor. Dagegen stehen stehen jedoch eine schwache Außenfinanzierung, ökonomische Instabilität, hohe Inflation, steigende Dollarisierung, sowie politische und geopolitische Risiken.

Fitch Ratings prognostiziert eine Reduzierung des Leistungsbilanzdefizits von 5.3% in 2020 auf 2.9% in 2021 und 2.1% in 2022 – der Geldabfluss ins Ausland werde sich aufgrund einer schwächeren inländischen Nachfrage und geringerer Goldimporte verringern.

Auch wenn das türkische Bankensystem anfällig für volatile Währungskurse sei, habe es Widerstandsfähigkeit angesichts der COVID-19-Pandemie und dem Schock der Finanzmärkte im letzten Jahr gezeigt. Es besitze genügend Devisenliquidität, um kurzfristige Außlandsschulden zu begleichen.

Fitch Ratings stellte eine Erhöhung der Bonität in Aussicht, falls Außenwirtschaftliche Anfälligkeiten und die Inflation sinken, die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik wiederhergestellt wird und geopolitische Risiken verringert werden.

Die beiden anderen großen internationalen Rating-Agenturen Moody’s und Standard & Poor’s bewerteten die Bonität der Türkei in August/September 2020 zuletzt mit B2-negativ und B+-stabil.

Svenja Ipsen / 22.02.2021

Anzeigen

-Advertisment -

Most Popular