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Freitag, März 5, 2021
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Von der Leyen verteidigt gemeinsame EU-Impfstoffbeschaffung

In einem Donnerstag veröffentlichten Interview mit der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die gemeinsame europäische Impfstoffbeschaffung gegen Kritik verteidigt. Alle 27 EU-Staaten, ob klein oder groß, hätten Zugang zu einem sicheren Impfstoff. „Wir haben auf die richtigen Impfstoffe gesetzt und massiv investiert. Drei von diesen Impfstoffen sind schon zugelassen, zwei weitere dürften bald hinzukommen.“ Zu einem Zeitpunkt, als die USA noch komplett ausfielen, habe Europa zudem die globale Impf-Initiative COVAX vorangebracht. Das eigentliche Drama sei, dass bisher vier von fünf Staaten auf der Welt noch gar keinen Impfstoff haben. „Wir haben alle unterschätzt, was es für die Industrie bedeutet, aus dem Stand eine komplexe Massenproduktion hochzufahren“, sagte von der Leyen. Sonst hätte sie schon im Herbst gewarnt, dass es noch Monate brauchen könne, bis Impfstoff in großen Mengen verfügbar sei.

Sie verfolge die Debatte in Deutschland sehr genau, erklärte von der Leyen. „Daher weiß ich auch, dass sie anders verläuft als die Debatte in den meisten anderen EU-Mitgliedstaaten.“ Während in der ersten Januarwoche die meisten EU-Staaten froh waren, überhaupt einen Impfstoff zu bekommen, sei in Deutschland und Dänemark darüber diskutiert worden, dass die gemeinsame Beschaffung ein Fehlschlag sei. „Und das stimmt beileibe nicht“, bekräftigte von der Leyen.

EU ist der größte Abnehmer von BioNTech

Die Kommissionspräsidentin widersprach dem Vorwurf, die EU habe zu spät und zu wenig Impfstoff bestellt. „Die USA haben bei BioN-Tech bis zum heutigen Tag 300 Millionen Dosen bestellt, davon 100 Millionen erst vergangenen Woche“, betonte sie. Die EU-Kommission hat bisher bis zu 600 Millionen Dosen des BioN-Tech/Pfizer-Impfstoffes für die EU-Staaten gesichert. „Vergessen Sie nicht, die EU ist der weltweit größte Kunde von BioNTech.“

Vertreter von Pharmaunternehmen wie BioNTech und Merck hatten jüngst in Zeitungsinterviews betont, dass auch bei größeren Anfangsbestellungen jetzt nicht mehr hätte geliefert werden können. „Die aktuellen Engpässe rühren daher, dass die Produktion des Impfstoffs hoch kompliziert und anfangs selten stabil ist“, sagte von der Leyen. „Rohstoffe sind knapp, Lieferketten für die völlig neue mRNA-Technologien müssen sich etablieren. Dazu kommt: Es geht um Substanzen, die derzeit auf der ganzen Welt extrem nachgefragt sind.“

EU-Kommission / 18.02.2021

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