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Sonntag, Februar 28, 2021
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Frau aus Nigeria leitet Welthandelsorganisation

ALMANYALILAR – Seit dem 15. Februar 2021 hat die Welthandelsorganisation (WTO) eine neue Chefin: Okonjo-Iweala ist die erste Frau und Afrikanerin an der Spitze der WTO. Sie hat bereits 25 Jahre bei der Weltbank gearbeitet und war Finanz- und Außenministerin Nigerias. Ihre Amtszeit beginnt am ersten März 2021 und endet am 31. August 2025; eine Verlängerung ist möglich.

Im Gegensatz zu den meisten WTO-Mitgliedsländern hatten die USA unter Trump ihre Kandidatur im Oktober 2020 abgelehnt. Damit hatten sie den Ernennungsprozess, der auf dem Konsensprinzip beruht, monatelang gebremst. Nachdem jedoch die US-Wunschkandidatin, die Südkoreanerin Yoo Myung-hee, ihre eigene Kandidatur am 5. Februar zurückzog, akzeptierte US President Joe Biden die nigerianische Kandidatin, die auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Welthandelsorganisation waren zwei Frauen die Topkandidatinnen für den Generaldirektor-Posten gewesen.

Die neugewählte Chefin der WTO warnte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters vor „Impfnationalismus“, der die Beendigung der COVID-19 Pandemie hinauszögern würde. „Meine oberste Priorität ist, dafür zu sorgen, dass die WTO einen gerechten und finanzierbaren Zugang zu Impfstoffen, Therapie- und Diagnosemittel für alle Länder ermöglichen kann, vor allem für arme Länder.“

Eine weitere große Herausforderung ist die Wiederherstellung der Berufungsinstanz für Streitfälle zwischen Mitgliedsstaaten. Diese ist seit letztem Jahr handlungsunfähig, nachdem US Präsident Trump der Ernennung zweier Richter nicht zugestimmt hatte. Der Perspektivwechsel der Biden-Regierung lässt hoffen, dass ein Fortschritt in dieser Frage nun möglich ist.

Svenja Ipsen / 16.02.2021

Foto: WTO

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