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Dienstag, März 9, 2021
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Deutsche Bank in Taiwan für Spekulationen sanktioniert

ALMANYALILAR – Der Taiwan-Dollar liegt zur Zeit auf seinem Rekordniveau seit 23 Jahren und macht insbesondere die taiwanesischen Exporteure um die Konkurrenzfähigkeit ihrer Preise auf dem Weltmarkt besorgt. Nun Taiwan hat 4 ausländische Banken wegen unzulässiger Spekulationen mit seiner Währung sanktioniert. Bestraft wurden die Deutsche Bank, ING Bank (Niederlande), Citigroup (USA) und die Australia and New Zealand Banking Group (ANZ). Ihnen wird vorgeworfen, seit 2019 Getreidefirmen dabei geholfen zu haben, mit Spekulationsgeschäften den Taiwan-Dollar gegenüber dem US-Dollar in die Höhe zu treiben und davon zu profitieren.

Laut der taiwanesischen Zentralbank verstieße dies gegen die taiwanesischen Devisenhandelsvorschriften, da ausländische Firmen nur für den eigenen Geschäftsbedarf mit Devisen handeln dürfen. Bei den Getreidetransaktionen fanden jedoch weder die Warenbewegungen noch die Zahlungen in Taiwan statt. Damit seien die Handelsoperationen unzulässig gewesen. Beteiligt waren insgesamt 8 Firmen, der Gewinn lag bei 11 Milliarden USD. Der Taiwan-Dollar stieg dadurch in 2020 um 5,6%, was laut Zentralbank die Marktstabilität in Gefahr brachte. Christopher Wong, Währungsstratege von Malayan Banking in Singapore, beurteilt die Sanktionen auch als “eine abschreckende Botschaft (…) um die Märkte daran zu erinnern, dass sie keine Bedrohung darstellen dürfen“.

Einige beteiligte Finanzierungsinstitute hatten schon Ende letzten Jahres mit diesen spekulativen Handelsgeschäften aufgehört und sich gütlich mit den taiwanesischen Behörden geeinigt. Die höchste Strafe bekam die Deutsche Bank: eine zweijährige Sperre vom Handel mit lieferbaren und nicht lieferbaren Termingeschäften in Taiwan-Dollar. ING und ANZ werden für neun Monate gesperrt, Citigroup für zwei Monate. Die Strafen traten am Montag dieser Woche in Kraft. Keines der sanktionierten Finanzinstitute äußerte sich dazu öffentlich.

Svenja Ipsen / 11.02.2021

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