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Montag, Januar 25, 2021
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Istanbul: Festnahmewelle gegen Boğaziçi-Studierende

Nach den Studierenden-Protesten vom Montag gegen die Ernennung eines AKP-Politikers zum Rektor der Istanbuler Boğaziçi-Universität hat die Polizei am Dienstagmorgen zahlreiche Razzien durchgeführt. Wie es heißt, sind bisher sechzehn Studentinnen und Studenten bei provinzweiten Hausdurchsuchungen festgenommen worden. Nach zwölf weiteren Personen, die als Beteiligte der Proteste identifiziert worden seien sollen, wird weiter gefahndet. Vorgeworfen wird ihnen ein Verstoß gegen das Demonstrationsgesetz und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Rund tausend Studierende verschiedener Hochschulen im Großraum Istanbul hatten am Montag gegen die Ernennung von Melih Bulu zum Leiter der renommierten Boğaziçi-Universität durch Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan protestiert. Die Demonstrierenden riefen immer wieder „Wir wollen keinen staatlich ernannten Rektor“ und „Er wird gehen, wir bleiben!“. Der Lehrkörper verabschiedete eine Erklärung, in der die Berufung Bulus als Verletzung der Wissenschaftsfreiheit und als Verstoß gegen die demokratischen Werte der Universität verurteilt wird. Der 50-Jährige hatte 2015 versucht, mit Hilfe der islamistischen AKP ein Parlamentsmandat zu erringen. Am Freitag war er von Erdoğan als Leiter der Universität Boğaziçi eingesetzt worden. Es ist das erste Mal seit 1980, dass der Rektor nicht von der Hochschule selbst bestimmt wurde.

An den von massiver Polizeigewalt und dem Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern überschatteten Protesten gegen Bulu beteiligten sich auch zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen und Menschenrechtsgruppen. Eine Gruppe Studierender, die am Rande der Proteste unter Schlägen und Tritten festgenommen worden waren, kam laut Polizeiangaben am Montagabend wieder frei.

In Istanbul haben hunderte Studierende gegen die Ernennung eines neuen Rektors für die renommierte Boğaziçi-Universität durch Staatschef Erdoğan protestiert. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, zwei Studenten wurden gewaltsam festgenommen.

Studenten-Proteste gegen Ernennung von Uni-Rektor

Rund tausend Studierende der renommierten Boğaziçi-Universität und anderer Hochschulen in Istanbul haben am Montag gegen die Ernennung eines neuen Rektors durch Staatschef Recep Tayyip Erdoğan protestiert. Die Beteiligten riefen immer wieder „Wir wollen keinen ernannten Rektor“ und „Er wird gehen, wir bleiben!“.

Der Protest der Studierendenschaft richtet sich gegen den 50-jährigen AKP-Politiker Melih Bulu, der am Freitag von Erdoğan als Leiter der Boğaziçi-Universität eingesetzt wurde. Bulu gehört zu den Mitbegründern des AKP-Bezirksverbands in Sarıyer und hatte sich bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Jahr 2015 in Istanbul für eine Direktkandidatur bei der AKP beworben. Von den Studierenden wird er in Anlehnung an die anstelle der abgesetzten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister als Treuhänder der Rathäuser in kurdischen Städten als „Zwangsverwalter“ bezeichnet.

An den von massiver Polizeigewalt und dem Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern überschatteten Protesten gegen die Ernennung von Bulu beteiligten sich auch zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen und Menschenrechtsgruppen. Einige der Studierende erwiderten die Polizeigewalt durch Flaschenwürfe. Zwei Demonstrierende wurden von der Polizei am Rande der Proteste unter Schlägen und Tritten festgenommen. Das Tor zum Campus der Boğaziçi-Universität ist unterdessen von Sicherheitskräften abgesperrt worden. Der polizeiliche Belagerungsring des Hochschulgeländes wurde noch immer nicht vollständig aufgelöst.

ANF

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