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Montag, Januar 18, 2021
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7. Januar: Dezentrales Gedenken an Oury Jalloh

Am 7. Januar 2005 starb der 21-jährige Flüchtling Oury Jalloh aus Sierra Leone in einer Dessauer Polizeizelle, mit Handschellen an Händen und Füßen auf das Zellenbett gefesselt. Todesursache: Hitzeschock. Die offizielle Version: Er wurde unter Alkohol- und Drogeneinfluss festgenommen und soll seine Matratze mit seinem Feuerzeug selbst angezündet haben.

Die „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh” konnte durch unabhängige Gutachten und Aufklärungsarbeit der letzten 15 Jahre mit faktischen Beweisen aufzeigen, dass Oury Jalloh von Polizisten des Dessauer Polizeireviers bis zur Unkenntlichkeit verbrannt wurde. Doch die deutsche Justiz verweigert sich weiterhin aufzuklären und verleumdet, dass Oury Jalloh sich nicht selbst angezündet haben kann. Nicht zuletzt verkündeten im August die Sonderberater des Landtags von Sachsen-Anhalt, dass sie weiterhin an der Täterversion der Selbstanzündungsthese festhalten und die Kriminalisierung von Oury Jalloh fortsetzen werden.

„Wir wissen: Das war Mord!”, erklärt die Aktivistengruppe und ruft anlässlich des 16. Todestags von Oury Jalloh zur Teilnahme an einer Kundgebung am kommenden Donnerstag auf. Bei der Zusammenkunft wird auch wieder an die anderen Opfer von Rassismus und Rechtsextremismus in Dessau gedacht: Alberto Adriano, der 2000 von Neonazis im Dessauer Stadtparkt zu Tode geprügelt wurde, und Yangjie Li, die 2016 vom Sohn eines Dessauer Polizisten und dessen Freundin vergewaltigt und umgebracht wurde. „Wir wollen auch all unseren Geschwistern gedenken, die in Deutschland, Europa und auf der ganzen Welt durch rassistisch motivierte Gewalt von Polizei und Nazis umgebracht worden, von Justiz und Staat entehrt und unterdrückt und von einer schweigenden Masse an Zivilbürger:innen in Deutschland vergessen werden”, schreibt die Initiative.

ANF

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