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Áine Zine Clifford: Soja-Monokultur in Argentinien

Der landwirtschaftliche Sektor erweist sich als einer der wichtigsten, da unser Leben von der Produktion von Lebensmitteln abhängt. Er beansprucht allerdings auch viele natürliche Ressourcen, wie Rohstoffe, Wasser und vor allem die Böden. Diese Ressourcen sind nicht nur begrenzt, sondern werden momentan mehr denn je verbraucht.

Argentinien – bereichert von diversen Ökosystemen und einer hohen Artenvielfalt, die den Monokulturen immer weiter zum Opfer fallen. Während das Herzgut des Landes einst die Rinderzucht war, verdrängt der Sojaanbau ihren Platz an der Sonne allmählich. Argentinien gehört zu den Hauptexporteuren von Soja, nach Brasilien und der USA, und rodet immer mehr Fläche für ihren Anbau. Rund 19 Millionen Hektar werden für den Sojaanbau in Argentinien genutzt. Dies macht rund 60% der Anbaufläche aus. Die Flächengewinnung vertreibt nicht nur Kleinbauern und ihre Familien in die weit überfüllten Städte, in denen sie von Hungersnot und Arbeitslosigkeit begrüßt werden, sondern auch indigene Völker, die nicht die richtigen Eigentumsnachweise erbringen können. Es ist nicht unüblich, dass dies durch Drohungen oder Gewalt erfolgt.

Die klimatischen Bedingungen Argentiniens, vor allem in der Pampa, entsprechen zwar den Anbaubedingungen der Sojapflanze, doch die Böden können ihrem Anbau nicht standhalten. In großen Mengen wird ausschließlich Soja angebaut, ohne Mischkulturen und ohne Fruchtfolgen. Den anfangs nährstoffreichen Böden wird nach der Ernte keine Zeit zum regenerieren gelassen, sodass sie ohne sich erholen zu können immer weiter ausgelaugt werden. Im Umkehrschluss muss noch mehr Fläche besiedelt werden, da die Böden unfruchtbar werden. Dies erfolgt oft durch Waldrodung, wodurch der Lebensraum vieler Arten zerstört wird. Doch die Biodiversität leidet auch an dem Einsatz von Pestiziden und anderen Schädlingsbekämpfungsmitteln, welcher konstant steigt, da die Sojapflanze schnell resistent wird, weshalb zunehmend mehr importiert werden muss.

Insgesamt sind die Sojamonokulturen Argentiniens alles andere als nachhaltig, da die wirtschaftlichen Erträge im Mittelpunkt stehen, während die leidende Bevölkerung und die sterbenden Ökosysteme eine Randposition einnehmen. Voraussichtlich wird dies nicht nur zu Spätfolgen in der argentinischen Wirtschaft führen, sondern auch fatale Folgen für uns mit sich bringen, da die nährstoffreichsten Böden der Welt zunehmend zerstört werden, damit wir bequem unser Leben genießen können.

Áine Zine Clifford / 21.12.2020

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