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Mittwoch, Oktober 21, 2020
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Interview mit Krimiautor Klaus Maria Dechant

ALMANYALILAR- Heute lassen wir einen Reporter und Moderator bzw. einen Krimiautor zum Wort kommen. Der gelernte Journalist ist Krimiautor und hat uns über sein Schreibabenteuer eine ganze Menge erzählt. Unsere Autorenreden Reihe setzt dieses mal mit Klaus Maria Dechant fort:

Almanyalılar: Wir sollten gleich mit dem Anfang beginnen. Wann und wie haben Ihre Schreibtätigkeiten angefangen? Wollten sie Journalist werden, Reporter oder doch Autor?

Klaus Maria Dechant: Tatsächlich hatte ich recht früh eine klare Vorstellung bezüglich meines Berufswunsches. Ich wollte Pilot werden.

Wie das im Leben aber so ist. Es kommt dann doch anders. Ich war gerade 16, da suchte die Schwetzinger Zeitung freie Mitarbeiter. Quasi Dorfreporter. Ich habe mich damals beworben (weil minderjährig noch mit meiner Mutter im Schlepptau). Damit begann meine Schreiberei. Zunächst mit Berichten über den Verband der Heimkehrer und den Kleintierzuchtverein, später dann auch größere Reportagen und Features. Während meines Studiums (Politik und Volkswirtschaft) durfte ich zeitweise auch Teil der Redaktion „Echo West“ beim WDR in Dortmund sein, bevor ich dann bei der Schwetzinger Zeitung und dem Mannheimer Morgen meine Berufsausbildung als Volontär abschloss. Danach ging es als Redakteur nach Goslar und schließlich für zehn Jahre als Reporter und Moderator zum Süddeutschen Rundfunk (heute Südwestrundfunk – SWR) nach Mannheim. Nachdem ich dann die letzten zwanzig Jahre in der Werbung und der PR verbracht habe, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, irgendwann schriftstellerisch aktiv zu werden.

Wie kamen Sie zum Krimi? Warum mussten es Krimis sein und nicht ein anderes Genre? Die Urgründe wollen wir wissen.

Wollte ich ursprünglich gar nicht. Mein erster Krimi ‚Mordslust‘ sollte eigentlich ein erotischer Roman mit kriminalistischen Elementen werden. Womit ich nicht gerechnet hatte war, dass sich Geschichte und Figuren beim Schreiben komplett verselbständigen und plötzlich mitten in einem sehr düsteren Kriminalfall stecken, der noch erotische Elemente enthält. Das war ein echter Paradigmenwechsel, der mir allerdings in zweierlei Hinsicht entgegenkam. Erstens: Ich selbst liebe Krimis und zweitens zwang mich der Wechsel im Genre zu einer deutlich aufwändigeren Recherche, die unabdingbar notwendig ist für einen guten Kriminalroman.

Was haben Sie bis jetzt hervorgebracht und sind Sie zufrieden mit dem Resultat?

Mit ‚Mordslust‘ und der Fortsetzung ‚Mordseier‘ sind in 2019 meine ersten beiden Kurpfalz-Krimis erschienen. An Nummer drei schreibe ich gerade – der Titel lautet ‚Mordsnews‘. In 2020 bereits erschienen ist eine kriminelle Kurzgeschichte im preisgekrönten Krimikalender des ars vivendi – Verlages und bis Ende 2020 wird erscheinen eine Kurzgeschichte in einem Buch namens ‚Storyteller‘. Darin schreiben knapp 20 Kolleg*innen Geschichten zu Fotografien des in USA lebenden deutschen Fotografen Steffen K.

MORDSLUST, 2019 SWB Media Entertainment, ISBN: 978-3964380067
MORDSEIER, 2019 SWB Media Entertainment, ISBN: 978-3964380265

Daneben produziere ich gerade im eigenen Studio die Hörbuchversion von ‚Mordseier‘ (‚Mordslust‘ ist bereits als Hörbuch auf dem Markt) und betreibe meinen eigenen Podcast, den Devier-Literaturpodcast (u.a. bei Spotify, Deezer und ITunes abrufbar).
Also ja, ich bin zur Zeit mit meinen Resultaten zufrieden.

Hohe Literaten oder Autoritäten finden teilweise, dass Krimis nicht mal lesenswert sind bzw. kein sonderlich hohes literarisches Niveau besitzen. Teilen Sie auch diese Meinung? Warum?

Um die Frage beantworten zu können, müsste man erst mal ‚Literatur‘ und den damit verbundenen Anspruch ausführlich definieren. Das würde hier zu weit führen. Grob lässt sich Trivialliteratur von Hochliteratur darin unterscheiden, dass im Trivialen die Muster der Geschichten und der Charaktere recht stereotyp sind und die verwendete Sprache recht klischeehaft. Man könnte die Attribute auch austauschen.

Wenn wir diese Definition zu Grunde legen, muss man einfach feststellen, dass es, trotz meisterhafter Sprache, Literatur gibt, die Stereotypen folgt (düster, gesellschaftskritisch, bestimmter historischer Kontext). Dafür gibt es umgekehrt unzählige Kriminalromane, den keiner absprechen möchte, dass es sich hierbei um anspruchsvolle Literatur handelt. Denken wir nur an ‚Der talentierte Mr. Ripley‘, mit dem Patricia Highsmith praktisch ein ganzes Untergenre begründet hat. Oder Umberto Ecos unvergleichlicher Roman und Mittelalterkrimi ‚Der Name der Rose‘ oder an ‚Das Parfum‘ von Patrick Süskind.

Und dann gibt es da noch einen recht unbekannten Schriftsteller aus Reilingen. 😉

„Ich schreibe aus meiner Sicht gute Krimis.“

Was ist für Sie guter Krimi? Wir reden von einem perfekten, vollkommenen Krimi. Wie soll er aussehen, was soll er genau beinhalten und wie soll er sich von anderen Gleichgesinnten trennen?

Perfekt und vollkommen sind schon zwei sehr starke Attribute, die auch immer im Auge des jeweiligen Betrachters liegen. Ich schreibe aus meiner Sicht gute Krimis. Sonst würde ich sie ja so nicht schreiben. Dabei versuche ich, die oben angesprochenen Klischees und Stereotypen zu vermeiden. Im Übrigen auch, was die klassische Struktur eines belletristischen Buches ausmacht: Wenig denken müssen; saubere Trennung zwischen gut und böse; Erwartungshaltung der Leser*innen bedienen. Nehmen wir zum Beispiel ‚Mordslust‘. Gut und böse verschwimmen komplett, die Geschichte recht komplex und meine Ermittler irgendwann Bestandteil ihrer eigenen Ermittlungen. So macht das im Ürgen auch der geschätzte Kollege Klaus-Peter Wolf in seiner grandiosen Sommerfeldt-Trilogie.

Und sich absetzen, bzw. unterscheiden von den Kolleg*innen, das geschieht durch Struktur, die eigene Sprache und schlussendlich den Ort des Geschehens, in meinem Fall die schöne Kurpfalz.

Danke sehr.

14.10.2020

Süleyman Deveci

Seine Webseite

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