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Mittwoch, Oktober 21, 2020
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Interview mit einem Kriminalist, Physiker und Buchautor Dr. Manfred Lukaschewski

ALMANYALILAR – Unsere Interviewreihe mit den Autorinnen und Autoren geht weiter. Mit jedem Interview versuchen wir für unsere Leser außergewöhnliche Schreiber zum Wort kommen und uns von ihren Schreibabenteuern und ihrer Welt einiges erzählen lassen. Sicherlich ist das hier nur ein Stück Kuchen, bzw. ein Tropfen vom Schreibozean dieser Schreiber, aber lesenswert und unterhaltsam sind sie auf alle Fälle. Hier ist eine Bestätigung davon:

ALMANYALILAR: Sie sind geprüfter Kriminalist, haben einen Doktortitel, sind Physiker und haben auch bei der Mordkommission gearbeitet. Wie sind Sie überhaupt zum Schreiben gekommen? Wann und wie hat ihr Schreibabenteuer angefangen?

Dr. Manfred Lukaschewski: Es waren die vielfältigen Gespräche und Diskussionen, die ich mit Kollegen oder Institutsdirektoren der Rechtsmedizin führen konnte, die zur Quintessenz hatten, dass die Qualität der kriminalistischen Arbeit in Deutschland suksessive nachlässt. Dieser Umstand ist im wesentlichen darin begründet, dass die akademische Ausbildung mit einem nicht erklärbaren Beschluss des Berliner Senats 1994 endete. Damit fehlt seit diesem Jahr nicht nur der dringend notwendige akademische Nachwuchs, sondern auch die universitäre Forschung.
Mein Antrieb bestand also darin, mein vorhandenes theoretisches und praktisches Wissen nicht für mich zu behalten, sondern der Öffentlichkeit, hier vor allem dem polizeilichen Nachwuchs, zugänglich zu machen. So begann ich etwa 2009/2010 mit der Erarbeitung des ersten Bandes von
„Kriminalistik in Theorie und Praxis“. Inzwischen ist diese Reihe auf sechs Bände angewachsen und wird im kommenden Jahr mit tiefer gehenden Ausführungen unterlegt.
“Antheum facts”- MAIN Verlag

Wie sind Sie zum Schreiben über Krimis gekommen? Also warum nicht ein anderes Genre sondern Krimis? Als Akademiker ist es ja unüblich, da muss irgendwo eine starke Bindung oder Liebe stecken oder?

Ich glaube, dass ich an dieser Stelle etwas klar stellen sollte. Ich schreibe keine Krimi´s, sondern bin im Sach- bzw. Fachbuch zu Hause.
Die bereits erwähnte Reihe „Kriminalistik in Theorie und Praxis“ ist breit gefächert, reicht von einem zweibändigen Lexikon über Vorgehensweisen in einer Strafsache und kriminaltaktischen Anforderungen bis hin zur Entwicklung kriminaltechnischer Mittel und Methoden.
Falldarstellungen in Form eines Pitavals sind in diesen Büchern nicht enthalten.

Dann sind wir falsch informiert, bzw. unsere Fehler, hätten wir besser recherchieren sollten … Können Sie uns über Ihre Werke einiges erzählen? Was und wann haben Sie bis jetzt geschrieben?

Über den Inhalt hab ich weiter oben bereits kurz reflektiert. Vielleicht wird es durch die Titel der einzelnen Bände noch deutlicher:
Band I + II „Kompendium der Kriminalistik“ ist ein Lexikon, indem etwa 2500 wichtige Begriffe aus der kriminalpolizeilichen Arbeit erläutert werden. Enthalten sind Fachbegriffe aus den Bereichen: Kriminaltechnik, Kriminaltaktik, for. Psychiatrie und for. Psychologie, rechtsmedizinische Fachbegriffe, wichtige juristische Regelungen.
Geplant ist eine fünfteilige Reihe „Magie der Forensik“ (geplant für 2021 … Manuskripte liegen beim Verlag … MAIN Verlag) mit folgenden Schwerpunkten:

• Daktyloskopie
• Ballistik
• Strangulation
• Schussverletzungen
• Suizid

Seine Werke

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus, wir sind ja in der Coronazeit hängen geblieben. Was für Auswirkungen hatte die Pandemie bei Ihrer Schreibarbeit?

Auswirkungen auf die Schreibarbeit sind weniger zu beklagen. Da ich in „normalen Zeiten“ im gesamten deutschsprachigen Raum mit Vorträgen unterwegs bin, ist die jetzige Situation natürlich kontraproduktiv.

Was halten Sie von Autorensolidarität, wie soll diese aussehen und funktionieren nach Ihrer Meinung?

Sehr viel! Es sind zunehmend Krimi-Autoren, die bemüht sind, ihre Geschichten so realitätsnah wie möglich darzubieten und die sich bei mir Rat bezüglich spezifischer Probleme holen. Daraus sind teilweise enge Beziehungen entstanden, die über eine Ratgebertätigkeit hinaus gehen.
Ich habe bei den so oft gescholtenen social-media-Plattformen eine Autoren- und eine Fachseite eingerichtet, die reges Interesse vermuten lassen. Beide Seiten erreichen insgesamt mehrere Tausend Follower.

Facebook

Kriminalistik leicht gemacht

Danke sehr.

10.10.2020

Süleyman Deveci

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