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Kommission will Europäischen Bildungsraum bis 2025 vollenden und stellt Aktionsplan für digitale Bildung vor

Die Kommission hat Mittwoch zwei Initiativen vorgelegt, um die Mobilität und Zusammenarbeit im europäischen Bildungsraum zu stärken und ein digitales Bildungsystem aufzubauen. Zum einen hat die Kommission ein Konzept für den europäischen Bildungsraum bis 2025 entworfen. Ziel ist ein Europa, in dem wir lernen, studieren und forschen können, ohne von Grenzen behindert zu werden, und in dem es die Norm ist, eine Zeit lang in einem anderen Mitgliedstaat zu lernen, zu studieren oder zu forschen. Zum anderen hat die Kommission einen neuen Aktionsplan für digitale Bildung angenommen. Darin zieht sie Lehren aus der Coronavirus-Krise und stellt die Bildung für das digitale Zeitalter neu auf.

Die Exekutiv-Vizepräsidentin für ein Europa für das digitale Zeitalter, Margrethe Vestager, erklärte: „Allgemeine Bildung und Berufsbildung wurden durch die COVID-19-Pandemie massiv beeinträchtigt und mussten innerhalb kürzester Zeit auf Fernunterricht und Online-Lernen umschalten. Die massenhafte Nutzung dieser Technologien hat Lücken und Schwächen zutage gefördert. Deshalb ist jetzt der richtige Moment, um das Bildungswesen für das digitale Zeitalter neu aufzustellen. 95 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der öffentlichen Konsultation zum Aktionsplan für digitale Bildung waren der Meinung, dass die Krise ein Wendepunkt ist, was die Art und Weise der Nutzung von Technologien im Bildungswesen angeht. Diese Dynamik sollten wir nutzen, um die Bildung für das digitale Zeitalter zu gestalten und zu modernisieren.“

Der für die Förderung unserer europäischen Lebensweise zuständige Vizepräsident Margaritis Schinas fügte hinzu: „Bildung ist ein Grundpfeiler unserer europäischen Lebensweise. Unsere Vision für den europäischen Bildungsraum ist tief in den Grundwerten Freiheit, Vielfalt, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit verwurzelt. Mit dem Aktionsplan für digitale Bildung schlagen wir neue europaweite Lern- und Kooperationsinitiativen vor – für unsere Jugend, für unsere Bürgerinnen und Bürger, für unseren Wohlstand.“

In der Mitteilung über den europäischen Bildungsraum legt die Kommission dar, wie die Qualität und die digitale und grüne Dimension der nationalen Bildungssysteme durch europäische Zusammenarbeit weiter verbessert werden können. Die Mitteilung zeigt auf, wie die Mitgliedstaaten gemeinsam einen europäischen Bildungsraum gestalten können – basierend auf dem Grundgedanken, dass Lernende und Lehrkräfte die Freiheit haben, auf dem gesamten Kontinent zu lernen und zu arbeiten, und dass Bildungseinrichtungen sich mit Partnern in ganz Europa und in anderen Teilen der Welt zusammenschließen können.

Der europäische Bildungsraum umfasst sechs Dimensionen: Qualität, Inklusion und Gleichstellung der Geschlechter, ökologischer und digitaler Wandel, Lehrkräfte, Hochschulbildung sowie ein stärkeres Europa in der Welt.

Die Kommission will prüfen, welche Möglichkeiten es zur weiteren Verbesserung der Qualität gibt (insbesondere im Hinblick auf Grundkompetenzen und digitale Kompetenzen), wie sich Inklusion und die Gleichstellung der Geschlechter besser in der Schulbildung verankern lassen und wie der schulische Erfolg verbessert werden kann. Die Initiativen werden dazu beitragen, das Verständnis für den Klimawandel und die Nachhaltigkeit zu steigern, die Ökologisierung der Bildungsinfrastruktur zu fördern, den Lehrerberuf zu stärken, das Konzept der Europäischen Hochschulen zu verwirklichen und Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen besser miteinander zu vernetzen.

In der Mitteilung werden außerdem die Instrumente und Etappenziele beschrieben, die zur Vollendung des europäischen Bildungsraums bis 2025 mithilfe des europäischen Aufbauplans (Next Generation EU) und des Programms Erasmus+ vorgesehen sind. Vorgeschlagen wird auch ein Rahmen für die Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und mit Interessenträgern im Bildungsbereich, der eine Struktur für die Berichterstattung und Analyse mit gemeinsam vereinbarten Bildungszielen umfasst, um Reformen zu fördern. Bei den Maßnahmen zur Vollendung des europäischen Bildungsraums werden Synergien mit der europäischen Kompetenzagenda, der erneuerten Politik für berufliche Aus- und Weiterbildung und dem Europäischen Forschungsraum ausgeschöpft.

Im Aktionsplan für digitale Bildung (2021-2027) wird eine Reihe von Initiativen für hochwertige, inklusive und zugängliche digitale Bildung in Europa vorgeschlagen. Die Mitgliedstaaten werden aufgerufen, enger auf europäischer Ebene zusammenzuarbeiten und die Kooperation mit und zwischen Interessenträgern zu verstärken, damit die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in jeder Hinsicht für das digitale Zeitalter gerüstet sind. Durch die Coronavirus-Krise ist der Fernunterricht ins Zentrum der Bildungspraxis gerückt. Dabei wurde deutlich, dass die Verbesserung der digitalen Bildung ein zentrales strategisches Ziel sein muss, um hochwertiges Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter zu gewährleisten. Nach der akuten Notstandsphase aufgrund des Pandemie-Ausbruchs benötigen wir nun einen strategischen, längerfristigen Ansatz für die digitale allgemeine und berufliche Bildung.

Der Aktionsplan sieht zwei langfristige strategische Prioritäten vor: i) Förderung der Entwicklung eines leistungsfähigen digitalen Bildungsökosystems und ii) Verbesserung der digitalen Kompetenzen für den digitalen Wandel.

Um die Zusammenarbeit und den Austausch im Bereich der digitalen Bildung auf EU-Ebene zu stärken, wird die Kommission eine europäische Plattform für digitale Bildung einrichten, die die Zusammenarbeit und Synergien zwischen den für die digitale Bildung relevanten Politikbereichen fördert; zugleich wird die Kommission ein Netz nationaler Beratungsdienste aufbauen und den Dialog zwischen Interessenträgern aus dem öffentlichen und dem privaten Sektor stärken.

Beide Initiativen werden auch in den dritten Europäischen Bildungsgipfel einfließen, den die Kommission am 10. Dezember online ausrichtet. Ministerinnen und Minister sowie Schlüsselakteure werden dort darüber diskutieren, wie die allgemeine und die berufliche Bildung für das digitale Zeitalter gerüstet werden können.

Hintergrund

Der europäische Bildungsraum fußt auf einer jahrzehntelangen Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten im Bildungsbereich. Durch den strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2020) konnten Vertrauen und Verständnis aufgebaut werden, um die ersten Initiativen für den europäischen Bildungsraum zu unterstützen.

Im Jahr 2017 berieten die Staats- und Regierungschefs auf dem Sozialgipfel in Göteborg über die allgemeine und berufliche Bildung. Als Grundlage diente hierbei eine Mitteilung der Kommission, in der diese ihre Vision für einen europäischen Bildungsraum bis 2025 darlegte. Daraufhin verabschiedete der Rat im Dezember 2017 Schlussfolgerungen, in denen die Mitgliedstaaten, der Rat und die Kommission aufgefordert wurden, die Göteborg-Agenda voranzubringen. Seitdem wurden bereits viele Initiativen auf den Weg gebracht. Auf Basis dieser umfassenden Vorarbeiten legt die Kommission mit der heute angenommenen Mitteilung eine aktualisierte Vision für den europäischen Bildungsraum mit einem verstärkten Ansatz für dessen Vollendung bis zum Jahr 2025 vor. Der europäische Bildungsraum ist eng mit „Next Generation EU“, dem Aufbauinstrument der EU, sowie mit dem langfristigen Haushalt der Europäischen Union für den Zeitraum 2021-2027 verzahnt.

Der Aktionsplan für digitale Bildung ist hier einer der Eckpfeiler für die Bemühungen der Kommission, den digitalen Wandel in Europa zu voranzubringen. Er basiert auf dem ersten im Januar 2018 verabschiedeten Aktionsplan für digitale Bildung, der bis Ende 2020 läuft. Der neue Aktionsplan ist wesentlich ehrgeiziger, geht über die formale Bildung hinaus und ist mit einer Laufzeit bis 2027 auf einen längeren Zeitraum ausgelegt.

EU-Kommission / 01.10.2020

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