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Samstag, Oktober 24, 2020
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Mit biologischer Vielfalt Küsten schützen

Neues Projekt schützt die Sandküste von St. Peter-Ording vor den Folgen des Klimawandels

Die teilweise zum Weltnaturerbe Wattenmeer gehörende Sandküste von St. Peter-Ording in Schleswig-Holstein hat eine herausragende ökologische Bedeutung: Die Lebensraumvielfalt, die in großen Teilen noch der natürlichen Küstendynamik unterliegt, schützt das Hinterland vor Überflutungen. Doch sind mittlerweile umfangreiche Maßnahmen notwendig, die biologische Vielfalt wiederherzustellen und zu erhalten. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fördert das Projekt „Sandküste St. Peter-Ording – ökologische Aufwertung eines Wattenmeergebietes und Anpassung an den beschleunigten Meeresspiegelanstieg“ deshalb im Bundesprogramm Biologische Vielfalt bis 2026 mit rund zwei Millionen Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Bundesumweltministerin Svenja Schulze überreicht heute in Berlin den Förderbescheid für das Projekt.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Der Anstieg des Meeresspiegels bedroht die Küsten weltweit, auch das Weltnaturerbe Wattenmeer. Oft liefert die Natur jedoch die besten Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel. Wir unterstützen daher Projekte wie „Sandküste St. Peter-Ording“, die zugleich dem Menschen nützen und Ökosysteme stärken. Deutschland hat zur Zeit mit Dänemark und den Niederlanden den Vorsitz der Trilateralen Wattenmeerzusammenarbeit inne. Auch in diesem Zusammenhang begrüße ich den Ansatz des Projektes für eine naturverträgliche Anpassung an den Klimawandel, die das ganze Ökosystem in den Blick nimmt, sehr. Es schützt damit die Menschen und die Natur vor Ort.“

BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel: „Das Wattenmeer an der deutschen Nordseeküste zählt zu den größten Naturlandschaften in Deutschland. Mit seinen Wattflächen, Dünen, Salzwiesen und Stränden hat es eine einzigartige Lebensraumvielfalt. Auch die Artenvielfalt ist eine ganz besondere. Nicht nur bedrohte Arten wie die Zauneidechse oder Kreuzkröte haben hier ihre Reviere, sondern auch zahlreiche für Dünen typische Wildbienen, Laufkäfer und Schmetterlinge. Im Projekt „Sandküste St. Peter-Ording“ werden Naturschutzmaßnahmen entwickelt, die vor allem die Bevölkerung einbeziehen und so Akzeptanz schaffen sollen. Denn nur so lässt sich dieser unschätzbare Reichtum für Mensch und Natur dauerhaft sichern.“

Das Wattenmeer ist in Deutschland durch die Nationalparke Schleswig-Holsteins, Niedersachsens und Hamburgs geschützt und zusammen mit dem Wattenmeer der Nachbarländer als Weltnaturerbe von der UNESCO anerkannt. Es ist durch den Klimawandel massiv bedroht. Auf lange Sicht drohen Wattflächen, Salzwiesen, Strände und Dünen aufgrund des beschleunigten Meeresspiegelanstiegs zu verschwinden. Zusätzlich ist der Erhaltungszustand von Teilen der Nationalparks sowie von angrenzenden Schutzgebieten auch heute schon unzureichend.

Die Sandküste St. Peter-Ordings ist durch Lebensraumverluste sowie durch die Folgen des Klimawandels besonders gefährdet. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden hier die Binnendünen durch Aufforstungsarbeiten mit Nadelgehölzen verändert. Dadurch haben sich die offenen Dünenlebensräume verkleinert und wurden in kleine Flächen zerschnitten. Zudem verdrängen standortfremde Pflanzen wie Kaktusmoos oder Kartoffelrose zunehmend dünentypische Arten wie Silbergras oder Strandhafer.

Um die biologische Vielfalt der Küste von St. Peter-Ording, zu erhalten und zu verbessern, haben sich der WWF Deutschland, die Schutzstation Wattenmeer, die Technische Universität (TU) Braunschweig, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, und der Deich- und Hauptsielverband (DHSV) Eiderstedt zusammengeschlossen. Sie wollen gemeinsam Maßnahmen für einen naturverträglichen und ökosystembasierten Küstenschutz entwickeln und umsetzen: Mit Renaturierungs- und Aufwertungsmaßnahmen sollen wichtige Voraussetzungen für eine Anpassung dieser Landschaft an den beschleunigt steigenden Meeresspiegel geschaffen werden.

Weitere finanzielle Unterstützung erhält das Projekt vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein, der Gemeinde St. Peter-Ording und der VR Bank Eiderstedt.

Bundesamt für Naturschutz / 09.09.2020

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