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Dienstag, November 24, 2020
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Tübinger Biopharma-Unternehmen CureVac erhält EU-Darlehen in Höhe von 75 Millionen Euro für Impfstoffentwicklung

Die EU stellt der Tübinger Biopharma-Firma Curevac 75 Millionen Euro zur Entwicklung von Impfstoffen insbesondere gegen COVID-19 zur Verfügung. Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat mit CureVac eine Vereinbarung über ein Darlehen 75 Mio. Euro geschlossen. Damit werden die laufenden Arbeiten des Unternehmens zur Entwicklung von Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten gefördert, die auch den neuartigen Impfstoffkandidaten zur Verhütung von SARS-CoV-2-Infektionen umfassen. Das Unternehmen kann durch das Darlehen auch die Fertigstellung seines vierten Produktionsstandorts in Tübingen beschleunigen. Die EIB-Finanzierung wird in drei Tranchen von je 25 Mio. Euro jeweils nach Erreichen von vorab festgelegten Etappenziele bereitgestellt.

Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, erklärte: „Wir werden das Coronavirus nicht los, solange wir keinen Impfstoff dagegen haben. Deshalb ist unsere Arbeit, die wir in diesem Bereich zusammen mit internationalen Akteuren leisten, derart wichtig. Kürzlich haben wir unsere Impfstoffstrategie vorgestellt‚ um die Entwicklung, die Herstellung und den Einsatz von Impfstoffen gegen das neuartige Coronavirus zu beschleunigen. Seit Beginn der Pandemie haben wir die Finanzierungsfazilität für Infektionskrankheiten um 400 Mio. Euro aufgestockt, damit die EIB mehr Projekte zur Bekämpfung dieser Krankheit voranbringen kann. Mit der Unterstützung für CureVac erhöhen wir das Tempo bei unseren Bemühungen, sichere und wirksame Lösungen für alle Menschen in Europa und weltweit zu finden.“

„Es braucht keine Pandemie um zu beweisen, dass neue Impfstoffe für die öffentliche Gesundheit Großes bewirken können“, sagte Ambroise Fayolle, der für Innovation und Gesundheit zuständige Vizepräsident der EIB. „Aber in Zeiten wie diesen wird deutlich, wie wichtig sie sind, damit Gesellschaften weltweit funktionieren. Der einzige Ausweg aus der dramatischen Lage, mit der die Welt seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie konfrontiert ist, wäre ein sicherer und wirksamer Impfstoff. Dank unserer Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission können wir eine steigende Zahl innovativer Bio- und Medizintechnologie-Unternehmen wie CureVac mit Finanzierungen bei der Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen, Therapeutika und Diagnoselösungen unterstützen. Dies ist ein Mehrwert für Europa, und die EIB tut alles, um diesen Effekt zum Wohle der Menschen zu maximieren.“

Die mRNA-Technologieplattform von CureVac

Die mRNA-Technologieplattform von CureVac hat ihr Potenzial zur klinischen Entwicklung und Produktion von mRNA-basierten Impfstoffen und Therapeutika unter Beweis gestellt. Die Technologie kann so ausgestaltet werden, dass Immunreaktionen unterschiedlichen Grades gegen ausgewählte spezifische Proteinantigene ausgelöst werden. Dadurch sollten in geringen Dosen hochwirksame prophylaktische Impfstoffe für die Prävention von Infektionskrankheiten wie etwa Tollwut und Immuntherapien für die Krebsbehandlung potenziell verfügbar werden. Die Technologie kann für die Proteintherapie und für Antikörper auch so angepasst werden, dass eine Immunaktivierung vermieden wird. Damit stehen für Patienten, die an unterschiedlichsten Krankheiten leiden, neue Therapieformen zur Verfügung.

Das Darlehen an CureVac wird durch die die Finanzierungsfazilität für Infektionskrankheiten (IDFF) des EU-Forschungsprogramms Horizont 2020 unterstützt. Die IDFF steht beispielhaft für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission und der EIB in Zeiten einer Gesundheitskrise. Die EIB hat mit der IDFF 13 Unternehmen mit insgesamt 316 Mio. Euro an Darlehen unterstützt, die für die Entwicklung von Arzneimitteln, Impfstoffen und Diagnostika gegen verschiedene Infektionskrankheiten, allen voran das Coronavirus, eingesetzt werden.

Hintergrundinformationen

Die Europäische Investitionsbank ist eine Einrichtung der Europäischen Union zur Vergabe langfristiger Kredite und befindet sich im Besitz der EU-Mitgliedstaaten. Sie stellt langfristige Finanzierungen für tragfähige Investitionen bereit und leistet dadurch einen Beitrag zu den politischen Zielen der EU. Die EIB unterstützt auch Investitionen in Nicht-EU-Ländern.

Die Finanzierungsfazilität InnovFin – Infektionskrankheiten (IDFF) ist ein Finanzprodukt zur besseren Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Die gemeinsame Initiative der Europäischen Kommission und der EIB-Gruppe wird im Rahmen von Horizont 2020 für den Zeitraum 2014-2020 durchgeführt. Über die IDFF kann die EIB für innovative Akteure, die Impfstoffe, Arzneimittel sowie medizinische und diagnostische Geräte entwickeln, aber auch für die Forschungsinfrastruktur zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten zwischen 7,5 und 75 Mio. Euro bereitstellen. Mit den Darlehen werden klinische Tests, der Marktzugang, die Entwicklung von Prototypen oder der Einsatz neuartiger Ausrüstung in industriellem Maßstab, vorklinische Forschung und Entwicklung und der Bedarf an Betriebskapital finanziert. Die IDFF zur besseren Bekämpfung des Ausbruchs der COVID-19-Pandemie wurde um 400 Mio. Euro aufgestockt.

CureVac ist ein führendes, in der klinischen Phase aktives Biotechnologieunternehmen, das auf die Boten-Ribonukleinsäure-Technologie spezialisiert ist und seit 20 Jahren Expertise bei der Entwicklung und Optimierung dieses vielseitigen Moleküls für medizinische Zwecke aufgebaut hat. Das Prinzip der unternehmenseigenen Technologie von CureVac ist die Nutzung von mRNA als Datenträger, durch die der menschliche Körper „lernt“, seine eigenen Proteine zur Bekämpfung einer Vielzahl von Krankheiten zu produzieren. Das Unternehmen wendet seine Technologien bei der Entwicklung von Krebstherapien und Antikörpertherapien sowie für die Behandlung seltener Krankheiten und für prophylaktische Impfstoffe an. CureVac hat seinen Sitz in Tübingen (Deutschland) und unterhält Standorte in Frankfurt und Boston (USA).

EU-Kommission / 06.07.2020

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