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Donnerstag, August 6, 2020
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Erdogan will die sozialen Medien abschaffen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat gestern bekannt gegeben, was er mit den sozialen Medien vor hat.

ALMANYALILAR – Viele Medien behaupten, dass der Auslöser dafür die beledigenden und abfälligen Kommentare über seine Tochter und ihre Familie waren. Der Schwiegersohn und gleichzeitige Finanzminister der Türkei, Berat Albayrak, machte am Dienstag auf seiner Twitterseite publik, dass seine Frau Esra ihr viertes Kind zur Welt gebracht habe. Daraufhin schrieb Ercan B. unter seinem Tweet:  „Wenn seine Frau ihm (Albayrak) einen Laufpass gegeben hat, von wem ist dann dieses Kind?“ Es gab auch in anderen Plattformen ähnlich feindselige und beleidigende Kommentare. Die Frauen aller Oppositionsparteien und vieler Frauenorganisationen verurteilten diese abartigen Kommentare scharf und solidarisierten sich mit Esra Albayrak und gratulierten dem neuen Baby. Seitdem wurden bis jetzt 12 Menschen, die üblerweisen Kommentare geschreiben haben aus diesem Grund festgenommen.

Der andere Auslöser war aber, dass der Präsident Erdogan letzte Woche während einer Livesendung so viele „Dislikes“ von der sogenannten „Generation-Z“ also den Jugendlichen kassierte, dass um diese Blamage zu vermeiden die Kommentare verspätet deaktiviert worden sind. Aber der Eklat wurde durch das Internet weltweit viral. Es haben sogar die Regierungsnahen Hofjournalisten diese Jugendlichen bedroht, sie sollen ein solches Verhalten unterlassen. Seitdem predigt Erdogan warum er gegen  die sozialen Medien ist: weil sie seinen Moralvorstellungen nicht entsprechen und sie mit seinem nationalkulturellen Verständnis nicht übereinstimmen. In kurzer Zeit wird er durch neue Gesetze solche Medien verbieten, bestrafen und kontrollieren.

Es gibt in der Türkei kaum oppositionelle Medien, geschweige einer unabhängigen Nationalpresse. Auch die Lokalmedien sind unter der Kontrolle der Regierung. Auf Grund von Kommentaren die Sozialen Medien nun auf eine Zielscheibe zu setzen und gegen sie hart vorzugehen wie es in vergangenen Jahren bereits öfter stattfand, bedeutet eine neue Unterdrückung und Maßnahmen gegen die Informationsfreiheit.

03.07.2020

Foto: Karar

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