3.5 C
Hamburg
Freitag, November 27, 2020
Start Home EU-Ratspräsidentschaft / Digitalisierungsschub

EU-Ratspräsidentschaft / Digitalisierungsschub

EU-Ratspräsidentschaft: für Fehlinvestitionen ist keine Zeit

Das Kabinett der schwarz-roten Bundesregierung verabschiedet heute das Programm der EU-Ratspräsidentschaft, deren Vorsitz am 1. Juli an die Bundesrepublik Deutschland geht. Dazu sagt Katja Kipping, die Vorsitzende der Partei DIE LINKE:

„Die Bundesregierung hat die Chance und die Verantwortung, die EU grundlegend zu verbessern. Ich erwarte ein klares Bekenntnis für einen sozial-ökologischen Wandel und ein Europa der Demokratie und der Solidarität. Jede finanzielle Unterstützung im Zuge der Corona-Pandemie muss zugleich als Hebel für einen sozialen und ökologischen Strukturwandel eingesetzt werden. Also: macht diese Maßnahme die EU krisenfester? Für Fehlinvestitionen ist angesichts der drohenden Klimakrise keine Zeit. Für Konzerne, die gegen Umweltauflagen, Arbeitnehmerrechte und Steuergesetze verstoßen, darf es keine Hilfen geben.

Die EU-Mitgliedstaaten dürfen nicht wie in einem Remake der Finanzkrise zu Sozialabbau als Gegenleistung für Hilfsgeld gezwungen werden. Geld für die Wirtschaft zum Preis von Kürzungen bei Bildung und Gesundheit verlagern die Lasten der Pandemie auf die Mitte der Gesellschaft. Damit kleben die Regierungschefs der EU mit der einen Hand ein Pflaster auf die Wunden und mit der anderen Hand schießen sie dem Verletzten ins Bein. Mit einer „einen Schritt vor, zwei zurück“ Taktik kann und wird sich die europäische Wirtschaft nicht von der Pandemie erholen.

Europa hat nur dann eine Zukunft, wenn es gemeinsam handlungsfähig ist. Das bedeutet auch, dass sich Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit nicht gegeneinander ausspielen lassen. Dass die Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger der EU-Mitgliedstaaten genauso geschützt werden müssen wie das Menschenrecht weltweit. Die Klimakrise löst kein Mensch allein. Die großen ökologischen Hebel sind systemischer Natur. Politik braucht den Mut, mit klaren Vorgaben für den notwendigen Strukturwandel zu sorgen. Ökologische und soziale Verbesserungen gehören untrennbar zusammen.

Die europafeindlichen Kräfte bilden eine Allianz, die von Horst Seehofer bis zu Viktor Orbàn reicht. Für eine EU, die sich dem Humanismus verschreibt, die beim Klimaschutz weltweit vorangeht und zum Hort der sozialen Sicherheit wird braucht es mehr als das, was die Bundesregierung an der Spitze des Rates der EU plant.“

Schulen brauchen einen Digitalisierungsschub

Die Bundesregierung muss die Sommerferien nutzen, um den Schulen einen Digitalisierungsschub zu verpassen, sagt Katja Kipping, Vorsitzende der Partei DIE LINKE. Dabei hat sie vor allem drei Punkte im Sinne:

1. Eine Task-Force für digitales Lernen

So wie es Schulbücher, Arbeitsblätter und Curricula für alle Schulen gibt, müssen auch digitale Lernmedien, Plattformen und Methoden für alle entwickelt und bereitgestellt werden. Auf Bundesebene muss eine Taskforce von Fachleuten und motivierten Lehrerinnen und Lehrern aus der Praxis gebildet werden, die die Erstellung von Material organisiert. Auf Länderebene brauchen wir ebensolche Task-Forces, die die bereitgestellten Mittel für die Länder-Bildungssysteme anpasst und ergänzt.

Die Corona-Krise ist eine Jahrhunderterschütterung im Bildungssystem. Wer Kinder hat oder selbst zur Schule geht, weiß, dass das aktuelle Schulhalbjahr vieles war, aber kein normales Schuljahr. Schulkinder, Eltern und Lehrkräfte tun ihr Möglichstes, um unter diesen schwierigen Bedingungen zu lehren und zu lernen. Aber einzelne Lehrkräfte, oder auch eine Schule, können nicht im Alleingang die digitale Lernpraxis neu erfinden.

2. Schul-Laptop statt „Bring your own device“

Hinzu kommt: Die Förderung zur Geräteanschaffung ist nicht ausreichend und wenig zielführend. Die Schulen kämpfen dadurch mit einem Chaos verschiedener Software und daraus folgenden Datenschutz- und Kompatibilitätsproblemen. Zudem hat nicht jede Familie einen Internetanschluss zuhause. Die bessere Lösung:

Jedes Kind bekommt von der Schule einen eigenen Laptop mit mobilem Datenzugang gestellt. Über SIM-Karten in Laptops ist es inzwischen problemlos möglich, damit dann auch zuhause zu arbeiten. Diese Laptops können die Kinder am Ende ihrer Schulzeit mitnehmen.

3. Online-Hausaufgabenbetreuung

Die Corona-Krise verschärft die sozialen Unterschiede beim Bildungserfolg. Wer zuhause Unterstützung und taugliche Geräte hat, kann zuhause auch besser lernen. Um die Startchancen auch für Kinder zu verbessern, die unter schwierigen Bedingungen lernen, muss bessere Online-Unterstützung angeboten werden. Die kann dann auch bei den Hausaufgaben helfen und so Kinder unterstützen, die zuhause wenig Hilfe bekommen können.

Die Corona Krise hat die mangelnde Digitalisierung an den Schulen offengelegt. Und wir wissen nicht, wie der künftige Pandemie-Verlauf den Unterricht weiter beeinträchtigen wird. Statt auf baldige Rückkehr zur alten Normalität zu hoffen, sollten wir die ohnehin sinnvolle Digitalisierung des Lernens jetzt richtig angehen. Bis zum Ende der Sommerferien müssen wir da weiter sein. Das sind die zentralen Hausaufgaben für die Bildungspolitik in der Sommerpause.

DIE LINKE / 24.06.2020

Foto: DIE LINKE / Sandro Halank

Anzeigen

-Advertisment -

Most Popular

Afyonkarahisar´da „Puruşhanda“ kentine ait olduğu değerlendirilen tarihi yapı bulundu

Afyonkarahisar'ın Bolvadin ilçesinde yeni başlanan Üçhöyük kurtarma kazısındaki ilk verilerde "Puruşhanda" kenti olduğu değerlendirilen M.Ö. 1400 ila 2350'li yıllara kadar giden bir yapı bulundu. Afyonkarahisar...

Ailesinde akciğer kanseri olanlar 2,4 kat daha fazla risk taşıyor

Bayındır İçerenköy Hastanesi Göğüs Hastalıkları Uzmanı Dr. Muharrem Tokmak, "Ailesinde akciğer kanseri bulunan kişilerin bu hastalığa yakalanma riski 2,4 kat arttığı için daha dikkatli...

Ein Jahr seit der Entscheidung: Die BAFA-Außenstelle in Weißwasser brummt

Nach der Entscheidung im November 2019 arbeiten heute bereits über 100 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der neuen Außenstelle des Bundesamtes für Wirtschaft und...

Trafik kontrolünde sürücünün cebinde silah bulundu

ALMANYALILAR - Hamburg'un Wandsbek semtinde trafik polisleri yaptıkları kontrolde 21 yaşında bir sürücünün cebinde silah buldular. Önceki gün akşam saat 19.45 sularında Rüterstrasse'de VW Golf...