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Donnerstag, Dezember 3, 2020
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Der Hamburger Digitalbonus

Interview mit Vizepräses Astrid Nissen-Schmidt

Im Interesse der Unternehmen: Der Hamburger Digitalbonus

Vizepräses Astrid Nissen-Schmidt über den Weg von der Forderung bis zur Umsetzung des Digitalbonus für kleine und mittlere Unternehmen.
Mit den vom Finanz-, Wirtschafts- und Kultursenator vorgelegten Eckpunkten für ein Hamburger Konjunktur- und Wachstumsprogramm soll ein „Digitalbonus“ eingeführt werden. Die Idee dazu kommt von der Handelskammer – sie hat sich über mehrere Jahre dafür eingesetzt. Dass das am Ende funktioniert hat, kommt den Mitgliedsunternehmen zugute. Wir haben mit Vizepräses Astrid Nissen-Schmidt darüber gesprochen, wie aus der Idee ein Senatsbeschluss werden konnte.

 

Frau Nissen-Schmidt, was genau ist eigentlich der Digitalbonus?

Der Digitalbonus ist eine anteilige Zuschussförderung, um die digitale Transformation in kleinen und mittelständischen Betrieben finanziell zu unterstützen. Dabei geht es um die Verbesserung oder Einführung von betrieblichen Infrastrukturen und Maßnahmen zur Digitalisierung von Produktionsprozessen, Verfahren, Geschäftsmodellen, Produkten oder Dienstleistungen bis hin zu IT-Sicherheitsfragestellungen. Der Bonus wird dabei voraussichtlich bis zu 17.000 Euro betragen. Bis zu 50 Prozent der Kosten für die Digitalisierungsmaßnahmen können gefördert werden.

 

Wie ist die Idee zum Digitalbonus entstanden?

Ähnliche Bonussysteme gibt es bereits seit einigen Jahren in anderen Bundesländern – beispielsweise in Niedersachen. Sie haben dort zu einem beachtlichen Schub bei Digitalisierungsmaßnahmen in den Betrieben geführt. Die Mitglieder der Handelskammer haben einen solchen Bonus daher wiederholt auch für Hamburg gefordert, um keinen Standortnachteil zu haben.

 

Warum ist der Digitalbonus so wichtig für die Unternehmen in Hamburg?

Es gibt heutzutage keine Branche mehr, die nicht von der Digitalisierung betroffen ist und Maßnahmen in diesem Feld ergreifen muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum der Handelskammer hat in den vergangenen drei Jahren bereits über 12.000 Hamburger Unternehmen Wissen zu den unterschiedlichsten Fragestellungen der digitalen Transformation vermitteln können. Viele dieser Unternehmen würden Projektideen, die daraus entstanden sind, gerne umsetzen – häufig scheitert dies aber an verfügbaren finanziellen Mitteln. Mit dem Digitalbonus wird die Entscheidung zur Umsetzung entsprechender Projektideen deutlich vereinfacht und wir erwarten eine Vielzahl von Anträgen in Hamburg.

 

Wie entstehen und entwickeln sich Forderungen wie diese in der Handelskammer und wer ist daran beteiligt?

Der Impuls für die Forderungen nach einem Hamburger Digitalbonus ist in den Handelskammer-Ausschüssen für Handel und für Digitale Wirtschaft entstanden. Die Idee hat dann in diverse Forderungspapiere Einzug erhalten, die vom Präsidium und Plenum der Handelskammer verabschiedet worden sind. Zuletzt haben wir den Digitalbonus in unserem Forderungspapier zur Bürgerschaftswahl erwähnt und damit zum erneuten Mal bei der Politik platziert.

 

Welche Schritte mussten gegangen werden, damit es von der Idee zur Umsetzung kommen konnte?

Neben den Forderungspapieren haben wir natürlich zahlreiche Gespräche mit dem Bürgermeister, der Wirtschaftsbehörde, der Finanzbehörde, der Investitions- und Förderbank oder Bürgerschaftsabgeordneten geführt, um sie von unserer Idee zu überzeugen. Im Rahmen unserer Corona-Aktivitäten haben wir unsere Forderungen erneuert, nachdem der rot-grüne Koalitionsvertrag den Digitalbonus zunächst nicht vorgesehen hatte. In einem persönlichen Gespräch mit Finanzsenator Dressel zum Hamburger Konjunkturprogramm haben wir schlussendlich deutlich machen können, dass der Digitalbonus ein wirksames Instrument ist. Für viele Hamburger Unternehmen stellt er ein konkretes Angebot dar, um auch gut aus der Coronakrise zu kommen. Und wir sind uns sicher, dass der Digitalbonus darüber hinaus die Innovationsfähigkeit der Hamburger Unternehmen beflügeln wird.

 

Wie bewerten Sie die Einführung des Digitalbonus?

Der Hamburger Digitalbonus kommt genau zur richtigen Zeit. Mit der vorgesehenen Förderhöhe ergänzt er ein ab Spätsommer startendes Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums, das Zuschüsse zu größeren Digitalisierungsprojekten von 17.000 bis 50.000 Euro vorsieht. Insofern wird es nach den Sommerferien für kleinere, mittlere und größere Digitalisierungsprojekte die entsprechende Förderkulisse geben. Dass der Bedarf nach entsprechenden Förderprogrammen groß ist, wissen wir von unseren Mitgliedern, mit denen wir unter anderem durch Webinare zu Digital-Themen im Austausch stehen.

 

Wie geht es jetzt weiter?

Wir sind als Handelskammer bereits wieder im Austausch mit der Wirtschaftsbehörde und der Investitions- und Förderbank, damit die entsprechende Förderrichtlinie den Anforderungen der Unternehmen so gerecht wie nur möglich wird.
Handelskammer Hamburg / 24.06.2020
Foto: HK24 / Ulrich Perrey

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