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Montag, Juni 21, 2021
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Türkei zerstört systematisch Kurdengräber

In den letzten Jahren sind Dutzende Friedhöfe angegriffen und verwüstet worden. In diversen Fällen sind sogar Leichen exhumiert und verschleppt worden. Bei diesem Vorgehen handelt es sich um Kriegsverbrechen.

Laut ANF Berichten sind auch Beerdigungen gefallener Kämpfer*innen oder politischer Gefangener dem türkischen Staat ein Dorn im Auge. Inzwischen ist es gängige Praxis, dass die Leichen von Regimekräften beschlagnahmt und in Nacht- und Nebelaktionen beerdigt werden. Die Öffentlichkeit wird bei den Beerdigungen ausgeschlossen, die Hinterbliebenen haben kein Mitspracherecht über Ort, Zeitpunkt und Ablauf der Bestattungen.

Angriffe allein nur aus dem Jahr 2017

    Februar 2017: Nachdem Angehörigen von 23 Verstorbenen, unter denen sich die Friedensmütter Meryem Bulut und Aycan Kaya befinden, die beim Massaker von Ankara ums Leben kamen, ein Entscheid von der Generalstaatsanwaltschaft und Stadtverwaltung unter der Federführung des staatlich eingesetzten Treuhänders von Batman zugestellt wurde, begannen die Abrissarbeiten der Grabsteine auf dem İkiztepe Friedhof.

    Februar 2017: In Wan zerstörten Polizei- und Panzerwagen auf dem Friedhof Yeni Mahalle im Stadtteil Ipekyolu die Gräber von HPG-, YJA-Star-, YPG- und YPJ-Kämpfer*innen. Polizisten verbrannten rot-gelb-grüne Schals und meißelten T.C. (Republik Türkei) in mehrere Grabsteine.

    April 2017: Auf Anweisung des Gouverneurs von Tunceli und staatlichen Treuhänders Osman Kaymak wurden die Gräber der HPG-Kämpfer Sancar Buluç und Baran Çetinkaya auf dem Friedhof im Dorf Sürek (Karabulut) in der Gemeinde Perî (Akpazar) des Landkreises Mazgerd (Mazgirt) in der Provinz Dêrsim zerstört.

    April 2017: Auf dem Friedhof im Viertel Orman im Bezirk Gever (Yüksekova) in Colemêrg (Hakkari) schrieben Spezialeinheiten der türkischen Polizei das Wort „Leş“ (Kadaver) auf mehrere Grabsteine.

    Juni 2017: Im Rahmen einer am 18. April gestarteten Militäroperation zerstörten türkische Soldaten und Dorfschützer Gräber von PKK-Kämpfer*innen im Gebiet um den Berg Kato in der Kreisstadt Elkê (Beytüşşebap) der Provinz Şirnex (Şırnak). Die Mauern des Guerillafriedhofs in der Hochebene Meydan Kolya wurden mit Baggern abgerissen. Auch der Bereich für Besucher*innen ist zerstört worden. Bereits am 14. November 2015 wurde das Gebiet um den Friedhof bei Luftangriffen bombardiert.

    Juni 2017: Das Mausoleum der kurdischen Politikerin Sakine Cansız, die am 9. Januar 2013 gemeinsam mit Fidan Doğan und Leyla Şaylemez in Paris ermordet wurde, ist zerstört worden. Auf dem Friedhof, zwei Kilometer vom Zentrum Dêrsims entfernt, befanden sich auf einem drei Meter hohen Denkmal ein Abbild von Sakine Cansız sowie ein Stern und Taubenflügel. Nachdem bei dem Angriff auf das Denkmal die Taubenflügel aus Kiefernholz nicht zerstört werden konnten, brach man die Symbole ab.

Während der Gefechte ab dem 24. Juli 2015 wurden in der Region Gräber von HPG- und YJA-Star-Kämpfer*innen sowohl aus der Luft beschossen als auch am Boden mit schwerem Arbeitsgerät zerstört. Auch Gebäude wie Moscheen, alevitische Gotteshäuser und Gebetsräume auf Friedhöfen sind abgerissen worden.

    Dezember 2017: Auf dem Guerillafriedhof Garzan, der in dem Dorf Oleka Jor (Yukarı Ölek) in Bedlîs liegt, sind die Leichname von 267 PKK-Kämpfer*innen begraben, die zu verschiedenen Zeiten ihr Leben verloren haben. Der mittlerweile total zerstörte Friedhof wurde bereits während seiner Entstehung im August 2013 sowie im Rahmen einer Militäroperation im September 2015 beschädigt. Nachdem in dem Gebiet eine Ausgangssperre verhängt wurde, begannen die Abrissarbeiten des Friedhofs und dem Gebetsraum, der sich am Rand des Friedhofs befand.

Systematischer Zerstörung der Kurdengräber setzt die Türkei fort.

ANF

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