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Ciwan Tadgh Clifford: Analoges und digitales Entertainment während einer Pandemie

DSCN3726Aktuell befinden sich die meisten Leute in ihren eigenen vier Wänden. Auf ihnen liegt eine Verantwortung diese möglichst nicht zu verlassen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Von vielen dieser Leute hört man Beschwerden, dass sie sich zuhause langweilen und ihren gewohnten Tätigkeiten und Hobbies nicht nachgehen können und an dieser Stelle darf man ruhig nachfragen wie gerechtfertigt diese Beschwerden sind.

Vor 100 Jahren wäre dies definitiv der Fall, allerdings muss man sich eingestehen, dass die heutige Situation eine andere ist. So gut wie jeder hat nun einen Internetzugang oder anders formuliert, einen Zugang zum größten gesammelten Wissensschatz der Menschheit, zu einer Anzahl von hochqualitativ produzierten Filmen und Serien, dessen Laufzeit mehrere Menschenleben übersteigt und zu ähnlich vielen Spielen, falls man nach aktiverer Unterhaltung sucht. Man kann nahezu jedes Buch oder Comic finden, sich auf diverse Arten künstlerisch ausdrücken, wie zum Beispiel durch Musik- und Zeichenprogramme und sogar Radio aus jedem Land der Erde hören. Man kann nach wie vor mit seinen Freunden und Verwandten kommunizieren, sowohl mit Schrift als auch mit Sprache. Man kann sich beim Sprechen sogar gegenseitig ins Gesicht schauen, da die meisten Menschen über ein internetfähiges Gerät mit einer anständigen Kamera verfügen. Selbst in kleinen Gruppen klappt dies ganz gut.

Dennoch kann das Internet natürlich nicht alle Hobbies ersetzen. Die drei beliebtesten Aktivitäten dieser Studie von Statista sind online schon kaum durchzuführen, aber man kann einige Kompromisse schaffen. Dinge wie Garten- oder Handwerksarbeit kann man trotz des Virus recht bedenkenlos ausüben, besonders wenn man beim Einkauf im Baumarkt auf Abstandsregeln achtet. Sportliche Tätigkeiten kann man ebenso verrichten, selbst ohne Home-Gym und im gewissen Maße auch an der frischen Luft.

Nur den sozialen Aspekt kann man nicht so richtig emulieren. Essen kann man sich zwar bestellen, aber nicht so richtig in der großen Gruppe genießen. Natürlich kommt man über Videoanruf relativ nah an das echte Erlebnis heran, aber eben nur über zwei unserer Sinne. Auch wenn wir in unserem Alltag hauptsächlich Gebrauch von unseren Augen und Ohren machen ist es der gesamte Körper, welcher unsere Mitmenschen wahrnimmt und ich glaube das ist was viele zurzeit vermissen. Wird es in der Zukunft irgendwann möglich sein all unsere Sinne digital darzustellen und so diesen sozialen Aspekt zu simulieren? Vielleicht, aber ob dann das Analoge und das Digitale ein und dasselbe sind, vermag man erst zu sagen, wenn es soweit ist.

Sind die Beschwerden über die Langeweile also nun berechtigt? Im gewissen Sinne schon, da die sozialen Bedürfnisse vieler nicht komplett gestillt werden können. Dennoch halte ich den aktuellen technologischen Stand für einen absoluten Segen in dieser Situation und finde, dass man sich damit tiefgehend und ausreichen, sowohl im Sinne der Unterhaltung als auch des Lernens und der Produktivität, vielleicht nicht für den Rest seines Lebens, aber für eine lange, unabsehbare Zeit beschäftigen kann. Immerhin sind wir erst seit ein paar Monaten im Quarantänezustand.

Ciwan Tadgh Clifford / 20.04.2020

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