13.4 C
Hamburg
Mittwoch, September 30, 2020
Start Gesundheit Mein Quarantänebericht

Mein Quarantänebericht

DSCN3426Mein Wecker ist auf 6:30 Uhr gestellt. Man fragt sich im Angesicht der Quarantäne vielleicht warum, es ist ja nicht so, dass ich aktuell irgendwo zu dieser Zeit sein müsste. Allerdings befand ich mich kurz vor Beginn der Corona-Bedrohung in am Ende meiner Semesterferien und war gerade dabei mir einen neuen Schlafrhythmus anzueignen, also bin ich dabeigeblieben. Zwei bis dreimal die Woche nutze ich die frühe Stunde, um Laufen zu gehen. Meine Kondition ist momentan am Arsch da ich im Winter einfach zu faul war, dennoch tut es verdammt gut langsam wieder fit zu werden.

Ich hatte zunächst Bedenken bezüglich der Pandemie, doch nach einiger Überlegung wiegen die Vorteile für mich schwerer als die Nachteile. Da meine Mutter in einem notwendigen Arbeitsbereich tätig ist, ist es fast nicht zu vermeiden, dass ich mit dem Virus kontaktiert werde, weswegen es wichtig ist ein starkes Immunsystem zu besitzen, was ja durch das Laufen gestärkt wird. Auch an den Tagen, an denen ich nicht laufe, verbringe ich die Morgenstunden möglichst aktiv. Ich arbeite zurzeit viel an der Fantasy-Welt, in der die von mir geleiteten Dungeons&Dragons Spielrunden stattfinden. Diese fallen aktuell logischerweise aus, aber es ist möglich diese online weiterzuführen. Die Erlernung einer Software bzw. Website, um dies zu realisieren, war ebenfalls ein großer Bestandteil meiner letzten Aktivitäten, eine Runde haben wir tatsächlich so auch schon gespielt. Die letzte Spielgruppe ist leider auch vor Kurzem auseinander gegangen (die Details will ich dir hier ersparen) und das, kombiniert mit der Online-Situation, dem allgemeinen Interesse vieler meiner anderen Freunde Dungeons&Dragons auszuprobieren, was durch die aufwendige Natur des Spieles selbst leider beschränkt wird, der jetzt vorhandenen Freizeit der Leute, dem Potenzial des Spiels, diese Freizeit aufzubrauchen und meiner jetzt vorhandenen Freizeit um dieser aufwendigen Natur gerecht zu werden, all das hat mich dazu verleitet hierfür eine Kampagne aufzustellen. Hier kann man sehr viel Arbeit reinstecken, vom Lesen von Material zur Inspiration, über Planung von konkreten Geschehnissen oder der Psychologie der fiktiven Welten-Bewohner, zur Einrichtung des digitalen Aspekts (Darstellung und Zahlen).

Ein paar Stunden später setzt der Hunger ein und ich frühstücke, verbringe etwas Zeit auf YouTube oder schaue ein bis zwei Folgen meiner Serien und halte einen kurzen Mittagsschlaf. Dieses Verhalten habe ich eigentlich aus Spaß ausprobiert, aber jetzt muss ich zugeben, dass es wirklich überraschend ist wie viel Energie man durch so eine kleine Siesta wiederherstellt und kann vollkommen verstehen warum die meisten hispanischen Kulturen dies beibehalten haben. Danach geh ich den Tag langsam an. Lesen, fernsehen (nicht am Fernseher, sondern auf YouTube, Netflix etc.), Hausarbeit, einkaufen, spazieren, kochen, Einzelspieler-Spiele oder manchmal auch die Fortsetzung meiner Arbeit stehen dabei an der Tagesordnung.

In letzter Zeit habe ich auch wieder angefangen auf der Bassgitarre zu spielen. Abends treffe ich meine Freunde online und wir spielen, witzeln, debattieren, spekulieren… Alle gemeinsam, genau wie in den alten Zeiten. Die Leute sind gerade viel entspannter als sonst drauf, trotz COVID-19 und man stellt jetzt gerade fest, wie schädlich Alltagsstress eigentlich ist, wie dämlich die von uns geformten Normen und Grundsätze tatsächlich sind und ich hoffe, dass Andere dasselbe feststellen und dass die Gesellschaft nach der Pandemie hierdurch beeinflusst wird. Ich muss ganz egoistisch zugeben, dass mir die Selbstquarantäne guttut.

Ich weiß was ich zu tun habe, was ich persönlich brauche und worauf ich zu achten habe und das auch vor Corona. Jetzt bekomme ich endlich selber die Chance mein Leben danach zu gestalten ohne die ganzen sinnlosen Belänglichkeiten wie Wartezeiten, Pendeldauer oder vorgeschriebene Uhrzeiten. Das Einzige, das mich wirklich nervt und stört, ist das Fehlen des Döners. Für so einen richtig geilen Kalbsdöner im Fladenbrot mit schön viel Zwiebel und scharfer Soße könnte ich gerade jemanden töten. Das erste was ich nach dem ganzen Spuk tue, ist zu Eurodöner oder Batman (Steindamm) zu gehen und mir richtig zu gönnen, einmal mit extra Lahmacun und Ayran.

Ciwan Tadgh Clifford / 29.03.2020

Anzeigen

-Advertisment -

Most Popular

BTSO, Bursa’nın en büyük 250 firmasını açıkladı

OYAK Renault'un 24,6 milyar liralık değerle ilk sırada yer aldığı listede ikinci TOFAŞ, üçüncü Bosch oldu Bursa Ticaret ve Sanayi Odasının (BTSO) kent ekonomisine ışık...

EU-Staatsanwälte leisten Eid vor Europäischem Gerichtshof

Bei einer Zeremonie vor dem Europäischen Gerichtshof haben die Staatsanwältinnen und Staatsanwälte der neuen Europäischen Staatsanwaltschaft Montag ihren Eid abgeleistet. Die Europäische Staatsanwaltschaft wurde...

Erkeklere inat başladığı futbolda adını milli takıma yazdırmak istiyor

TFF Kadınlar 2. Lig ekiplerinden Horozkent Spor oyuncusu Amber Selin Karaosmanoğlu: "Bana 'sen topa bile vurmazsın git bebekle oyna' dediler. İnat ettim, bu sevdaya...

Neuer Aktionsplan: Kommission will EU-Zollunion stärken

Die Europäische Kommission hat Montag einen Aktionsplan zur Weiterentwicklung des EU-Zollwesens vorgelegt. „Die Zollunion der EU war eine der ersten konkreten Errungenschaften der europäischen...