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Donnerstag, Juni 17, 2021
StartGesundheitDer Bundespräsident zur Corona-Epidemie

Der Bundespräsident zur Corona-Epidemie

bpLiebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das sind außergewöhnliche Zeiten. Viele von uns sind verunsichert. Wir machen uns Sorgen um unsere Liebsten, um den Job, um die Zukunft.

Deshalb das Wichtigste zuerst: Wir werden das Virus besiegen. Dafür bitte ich uns alle: Seien wir vernünftig! Seien wir solidarisch!

Manchmal erfordert die Vernunft einschneidendes Handeln. Das ist jetzt der Fall. Wir müssen jetzt unseren Alltag ändern. Jede und jeder Einzelne! Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass sich das Virus möglichst langsam ausbreitet. Also, wo immer möglich: Bleiben Sie zu Hause! Meiden Sie den Nahkontakt! Suchen und nutzen Sie andere Wege, um zu kommunizieren, zu arbeiten, einander hilfreich zu sein! Und: Haben Sie Verständnis für alle einschränkenden Maßnahmen. Sie sind notwendig – bitte halten Sie sich daran!

Sagen Sie nicht: ‘Ich bin jung und stark, mich trifft das nicht!‘ Sagen Sie: ‘Ja, ich übernehme Verantwortung! Für meine Familie, für Eltern und Großeltern, für Alte und Schwache. Für mein Dorf und meine Stadt. Für mein Land!‘ Ich versichere Ihnen: Ihre Selbstbeschränkung heute wird morgen Leben retten.

Und haben Sie Vertrauen! Die Bundes- und Landesregierungen tun alles dafür, dass die Corona-Krise zu keiner Existenzkrise für Unternehmen, Arbeitnehmer und Selbständige wird; und auch alles dafür, dass die Versorgung mit Lebensmitteln und Bargeld gewährleistet bleibt.

Ich danke allen, auf die es in diesen Tagen besonders ankommt: Krankenschwestern und Pfleger, Ärztinnen und Ärzte, Einsatzkräfte und Krisenstäbe, und ebenso die Kassiererin und der Lkw-Fahrer, die unsere Versorgung aufrechterhalten. Dank und Hochachtung Ihnen allen!

Noch ein Gedanke ist mir wichtig: Wir können das Virus als Weltgemeinschaft nur gemeinsam besiegen. Viren haben keine Staatsangehörigkeit. Genauso wird das Gegenmittel keine Staatsangehörigkeit haben. Wir müssen jetzt als Europäer zusammenhalten. Wir haben es in der Hand, ob Solidarität nach innen und außen die Oberhand gewinnt – oder aber der Egoismus des Jeder-für-sich.

Die Welt danach wird eine andere sein. In welcher Welt, in welcher Gesellschaft wir leben werden, hängt von uns ab. Ich glaube an unsere Vernunft, ich glaube an unsere Solidarität. Also: Halten wir heute voneinander Abstand – damit wir uns morgen wieder umarmen können. Alles Gute, und geben wir acht aufeinander!

Schloss Bellevue, 16. März 2020

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