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Mittwoch, Mai 12, 2021
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Weltfrauentag 2020: Care-Arbeit geht uns alle an 

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„Who Cares? We do!“ – so lautet in diesem Jahr das Motto der GRÜNEN zum Weltfrauentag am 8. März. Da Frauen weit über 80 Prozent der Beschäftigten in Care-Berufen stellen, sind auch sie es, die hauptsächlich unter den häufig problematischen Arbeitsbedingungen leiden. Die Hamburger GRÜNEN wollen den Weltfrauentag in diesem Jahr nutzen, um auf diesen Zustand aufmerksam zu machen.

Dazu Anna Gallina, Landesvorsitzende der GRÜNEN Hamburg: „Jede dritte erwerbstätige Frau arbeitet in einem Pflegeberuf. Sie sind Vorbilder, Expertinnen oder Spielkameradinnen, sie erziehen, versorgen, unterstützen und übernehmen Verantwortung. Gleichzeitig leiden sie unter hoher Arbeitsbelastung, geringer Wertschätzung und unzureichender Bezahlung. Das muss sich ändern! Dafür braucht es nicht nur mehr Personal, eine bessere und vor allem faire Bezahlung, kürzere Arbeitszeiten, mehr Mitsprache und Aufstiegsmöglichkeiten, sondern auch die gesellschaftliche Anerkennung der Verantwortung, die die Careworker*innen tagtäglich tragen. Es ist Zeit, dass diesen Berufen der Stellenwert zugeschrieben wird, den sie verdienen.“

Ein zentrales, jedoch zu selten diskutiertes Thema, ist die unbezahlte Fürsorgearbeit, die Frauen zuhause leisten. Dazu Mareike Engels, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der GRÜNEN Bürgerschaftsfraktion: „Untersuchungen führen uns vor Augen, was im Alltag beobachtet werden kann: Dass die Erwerbstätigkeit von Frauen zugenommen hat, bedeutet keinen Rückgang ihrer unbezahlten Arbeit. Haushalt, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen – all das wird nach wie vor hauptsächlich von Frauen erledigt. Unbezahlte Fürsorgearbeit wird 2,4-mal, Hausarbeit 1,6-mal häufiger von Frauen als von Männern erledigt. Obwohl auch Männer mittlerweile mehr Elternzeit nehmen, kann nach wie vor von partnerschaftlicher Arbeitsteilung nicht die Rede sein. Das müssen wir ändern. Wir wollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und möchten Eltern eine gerechtere Verteilung von Zeit ermöglichen. Dafür wollen wir Anreize entwickeln, damit unbezahlte Fürsorgearbeit und bezahlte Erwerbsarbeit gerechter aufgeteilt werden können. Mir ist dabei das Thema ‚Mental Load‘ wichtig: Wir müssen nicht nur darüber diskutieren, wie wir Arbeit gerechter verteilen können – wir müssen uns auch darüber Gedanken machen, wer dafür Sorge trägt, dass etwas getan wird. Auch Verantwortung muss gerecht geteilt werden.“

Emilia Fester, frauenpolitische Sprecherin des Landesvorstands der GRÜNEN Hamburg, weist auf weitere Missstände hin: „Lohnungerechtigkeit ist kein Zufall, sondern Ausdruck des Fehlers im System. Es ist höchste Zeit für kräftige, kompensatorische Instrumente, die für eine höhere gesellschaftliche und finanzielle Wertschätzung von Care-Berufen sorgen! Vor allem in Hinblick auf den großen Personalmangel in diesen sogenannten ‚Frauenberufen‘ ist der Handlungsbedarf riesig. Hierbei muss auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mitgedacht werden.“

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