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Freitag, April 23, 2021
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Idlib: Offenbar mehr als 113 türkische Soldaten getötet

Laut Quellen von ANF sind mindestens 113 türkische Soldaten bei russischen Luftangriffen in Idlib ums Leben gekommen. Die Leichen werden in staatliche Krankenhäuser in türkischen Grentstädten gebracht. Twitter wurde inzwischen in der Türkei gesperrt.

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In der schwer umkämpften nordwestsyrischen Provinz Idlib sind Quellen von ANF zufolge mindestens 113 türkische Soldaten bei russischen Luftschlägen ums Leben gekommen. Dutzende weitere sind verletzt. Die Leichen der Soldaten wurden in Krankenhäuser in den Grenzstädten gebracht. Allein in das staatliche Krankenhaus in Reyhanli (Provinz Hatay), das inzwischen für die zivile Gesundheitsversorgung gesperrt wurde, sollen nach Recherchen der Nachrichtenagentur Mezopotamya (MA) die Leichen von rund 100 Soldaten gebracht worden sein. 32 weitere Leichen seien in ein Krankenhaus in der Provinzhauptstadt Hatay eingeliefert worden. Für die Verletzten werden Blutspender gesucht. Vor den Krankenhäusern haben sich zahlreiche Menschen versammelt. Der Straßenverkehr in Reyhanli ist gesperrt.

Am Donnerstag seien zudem Mobilisierungsunterlagen an männliche Lehrkräfte in Hatay geschickt worden. Unterdessen hat die türkische Armee ihre Aktivitäten im Grenzgebiet gesteigert. Der Grenzübergang Oğulpınar ist bis auf Weiteres geschlossen, die gesamte Region wurde zum Sperrgebiet erklärt. Einige Dörfer entlang der Grenzlinie sollen evakuiert werden. Die Intensivstation des staatlichen Krankenhauses Iskenderun ist für Zivilisten bereits geschlossen, und auch in anderen Einrichtungen in der Provinz soll die Maßnahme umgesetzt werden.

In sozialen Netzwerken sind zudem mehrere Audioaufnahmen aufgetaucht, die, wenn sie echt sind, ein dramatisches Bild der Lage der türkischen Armee zeichnen. Auf einer der Aufnahmen ist die Stimme einer männlichen Person – offenbar ein Mitarbeiter des Krankenhauses von Reyhanli – zu hören, die von 58 getöteten Soldaten in der Leichenhalle spricht. In einer anderen Sequenz – offenbar aufgenommen von einem türkischen Soldaten – heißt es: „Kameraden, wir haben etwa 25 bis 30 Märtyrer in Kirpi-Panzern in das Krankenhaus Hatay evakuiert. Darüber hinaus haben wir Verschüttete. Die Situation ist angespannt, es gibt viele Verletzte.“ In einer weiteren Tonaufnahme wird von Fahrzeugen „voller Märtyrer“ gesprochen. „Die Lage hier ist wirklich schlimm. Gott soll uns allen beistehen. Ich glaube nicht, dass wir diesen Ort lebend verlassen werden.“

Im Präsidentschaftspalast in Ankara-Beştepe ist Regimechef Recep Tayyip Erdogan mit seinem Generalstab und Verteidigungsminister Hulusi Akarar bei einer Krisensitzung zur Lage in Idlib zusammengekommen. Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu telefonierte mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Inzwischen hat der Gouverneur von Hatay 22 tote Soldaten bestätigt. Zuvor hatte er von neun getöteten Soldaten gesprochen und die syrische Regierungsarmee für die Angriffe verantwortlich gemacht. Seit dem Abend ist in der Türkei zudem der Kurznachrichtendienst Twitter größtenteils gesperrt.

ANF-Deutsch

 

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