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Samstag, August 15, 2020
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Journalisten Ermorden ist in der Türkei eine Staatstradition

ALMANYALILAR – Der 50jährige Journalist und damalige Chefredakteur der türkischen Tageszeitung Milliyet Abdi İpekçi wurde am 01.02.1979 nach seinem Feierabend vor seinem Haus in seinem Wagen niedergeschossen und verstarb am folgenden Tag an den Folgen des Attentats. Der Täter, 21jähriger Mehmet Ali Agca, der spätere Papstattentäter und Mitglied der rechtsextremistischen Grauen Wölfe konnte zwar gefasst und verurteilt werden, jedoch gelang ihm sechs Monate später die Flucht aus einem Militärgefängnis. Abdi İpekçi hinterließ seine Ehefrau und zwei Kinder. Seine Ermordung, diese Feigentat, wurde seit 41 Jahren noch nicht gelöst. Die türkischen Geheimdienstler sagten schon damals, dass die Ermittlungen und Ergebnisse zu nichts führen würden. Nämlich, weil die Täter und die, die den Fall untersuchen werden, von den gleichen Quellen gesteuert sind. In der Tat führten alle Ergebnisse von diesen dunklen Mächten ins Leere. Eine große ewige Dunkelheit bliebt bis heute zurück.

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Wenn man die heutige Medienlandschaft der Türkei anschaut, sind kritische Medien, außer ein paar wenigen, kaum zu sehen. Seit der Ermordung von Abdi İpekçi nennt man die Türkei „das Land der freien Mörder“. Warum? Werfen wir mal einen Blick auf diese peinliche Liste: Hasan Fehmi Bey aus Serbesti wurde in İstanbul am 06.04.1909 ermordet. Ahmet Samim aus Sada-yı Millet wurde in İstanbul am 19.07.1910, Zeki Bey aus Şehrah in İstanbul am 10.07.1911, Dichter Hüseyin Kami aus Alemdar in Konya in 1912 oder 1914, Hasan Tahsin (Osman Nevres) aus Hukuk-u Beşer in İzmir am 15.05.1919, Silahçı Tahsin aus Silah ve Bomba in İstanbul am 27.07.1914, İştirakçi Hilmi aus İştirak, Medeniyet in İstanbul im Jahre 1922, Ali Kemal aus Peyam-ı Sabah in İzmit im Jahre 1922, Hikmet Şevket im Jahre 1930 getötet. Der Literat, Autor von zahlreichen Werken und Journalist aus Marko Paşa Sabahattin Ali wurde 1948 von damaligen türkischen Geheimdienstlern bestialisch ermordet. Adem Yavuz aus Anka Ajansı wurde in Zypern am 27.08.1974, Ali İhsan Özgür aus Politika wurde in İstanbul am 21.11.1978, Cengiz Polatkan aus Hafta Sonu wurde in Ankara am 01.12.1978 getötet. İlhan Darendelioğlu aus Ortadoğu wurde in İstanbul am 19.11.1979, İsmail Gerçeksöz aus Ortadoğu wurde in İstanbul am 04.04.1980, Ümit Kaftancıoğlu aus TRT wurde am 11.04.1980 in Istanbul ermordet. Muzaffer Fevzioğlu aus Hizmet wurde in Trabzon am 15.04.1980, Recai Ünal aus Demokrat wurde in İstanbul am 22.07.1980, Mevlüt Işıt aus Türkiye wurde in Ankara am 10.06.1988, Seracettin Müftüoğlu aus Hürriyet wurde in Nusaybin am 29.06.1989, Sami und Kamil Başaran aus Gazete wurden in İstanbul am 07.11.1989 ermordet. Der Chefredakteur von Hürriyet Çetin Emeç wurde am 07.03.1990 getötet. Turan Dursun aus den Magazinen İkibine Doğru und Yüzyıl wurde in Istanbul am 04.09.1990 getötet. Gündüz Etil wurde in 1991, Mehmet Sait Erten aus Azadi Denk wurde in Diyarbakır in 1992 ermordet. Halit Güngen vom Wochenblatt İkibine Doğru wurde 18.02.1992 in Diyarbakir ermordet. Cengiz Altun aus Yeni Ülke wurde in Batman am 25.02.1992, Izzet Kezer von der Tageszeitung Sabah wurde in Cizre am Newroz Tag 23 März 1992 von der Polizei getötet. Bülent Ülkü aus Körfeze Bakış wurde in Bursa am 01.04.1992, Mecit Akgün aus Yeni Ülke wurde in Nusaybin am 02.06.1992, Hafız Akdemir aus Özgür Gündem wurde in Diyarbakır 08.06.1992, Çetin Ababay aus Özgür Halk wurde in Batman am 29.07.1992, Yahya Orhan aus Özgür Gündem wurde in Ceylanpınar am 09.08.1992, Hüseyin Deniz aus Özgür Gündem wurde in Ceylanpınar am 09.08.1992 ermordet. Musa Anter aus der kurdischen Tageszeitung Özgür Gündem wurde am 20.09.1992 in Diyarbakir ermordet. Yaşar Aktay aus Serbest Hani wurde am 09.11.1992, der Freiejournalist Hatip Kapçak wurde in Mazıdağı am 18.11.1992, Namık Tarancı aus Wochenblatt Gerçek wurde in Diyarbakır am 20.11.1992 getötet. Der prominenteste Enthüllungsjournalist Uğur Mumcu aus Cumhuriyet am 24.01.1993 in Ankara durch Autobomben ermordet. Kemal Kılıç aus Yeni Ülke wurde in Şanlıurfa am 18.02.1993, Mehmet İhsan Karakuş wurde in Silvan am 13.03.1993, Ercan Gürel aus HHA am 20.05.1993, İhsan Uygur aus Sabah wurde in İstanbul am 06.07.1993, Rıza Güneşer aus Halkın Gücü 14.07.1993, Ferhat Tepe aus Özgür Gündem wurde in Bitlis am 28.07.1993, Muzaffer Akkuş aus Milliyet am 20.09.1993, Nazım Babaoğlu aus Gündem wurde am 12.03.1994, Erol Akgün aus Devrimci Çözüm im Jahre 1994, Seyfettin Tepe aus Yeni Politika am 28.08.1995 ermordet. Aus Evrensel Metin Göktepe wurde 08.01.1996 von der türkischen Polizei durch Schläge bestialisch ermordet. Kutlu Adalı wurde am 08.07.1996 in Nord-Zypern getötet. Selahattin Turgay Daloğlu wurde am 09.09.1996 in Istanbul von angeblich Unbekannten ermordet. Reşat Aydın aus AA, TRT wurde am 20.06.1997, Ayşe Sağlam Derince wurde 03.09.1997, Abdullah Doğan aus Candan Fm wurde in Konya am 13.07.1997, Ünal Mesutoğlu aus TRT wurde in Manisa am 08.11.1997, Mehmet Topaloğlu aus Kurtuluş wurde in Adana im Jahre 1998 ermordet. Ahmet Taner Kışlalı, aus der Tageszeitung Cumhuriyet wurde am 21.10.1999 in Ankara getötet. Hrant Dink aus Agos wurde in Istanbul am 19.01.2007 ermordet.

04.02.2020

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