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Erzählung: Der Schlafwandler

Erzählung: Der Schlafwandler

Draußen ist es -10°Celsius, Weichnachten steht tatsächlich vor der Tür, es ist nicht nur leeres Gerede. Seit langer Zeit hat Hamburg so einen kalten Winter nicht gehabt, jedes Jahr wiederholt man solche Sprüche. Die Straßen sind leer wegen der Kälte, aber die Passagen, Einkaufzentren und die öffentlichen Verkehrsmitteln sind voll mit Menschen. Die eine Seite der Straßen werden kaum von potenziellen Käufern besetzt, auf der anderen Seite sind so viele Leute, wie der Platz nur halten kann. Die Jahreszeit beinhaltet solche großen Wiedersprüche.

Die Altona Stadtbücherei ist auch voll an dem Tag. Sonst würde man eher kaum Stammkunden zu sehen bekommen können, die dort täglich und regelmäßig ihre Tageszeitungen lesen. Überall herrscht Kinderlärm und Gelächter. Die Bücher, über ihre Helden und Abenteuer machen sie anscheinend glücklich. In ihren kleinen Herzen verbreitet sich unübesehbare Aufregung.

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Die Ecke von fremdsprachige Bücher ist gut besetzt. Einige schmökern türkische Bücher, die englischen Bücherregale sind auch schon fast leer, denn so viele Besucher stehen herum und halten Bücher in ihren Händen. Die historischen Romane sehen arm aus. Allerdings sind die Blätter ziemlich veraltet, wegen der häufigen Verleihung. Sie sind ja immerhin in einem ständigen Kreislauf, sie werden ausgeliehen, von Fremden mitgenommen und wieder hergebracht.

Fünf oder sechs PCs sind meistens dauerbesetzt. Die Hälfte davon sind interne Geräte, mit einigen kann man im Internet surfen. Einer liest sogar seine Tageszeitung im Netz. Was für ein Paradox ist es, weil sich gleich nach ein paar Regalwänden die selbe Tageszeitungen befindet. Auch hier ist voll besetzt. Vielleicht las er seine Zeitung auf dem Bildschirm, weil er sie vielleicht schon fertig hätte, bis er sie aus dem Regal geholt hat. Hier ist es extrem voll heute, wahrscheinlich wegen der Kälte. Alle Sitzplätze sind vergeben, die Zeitungsregale und Ständer sind leer, die hiesigen Zeitungen sind unterwegs, wer sie lesen will, muss einfach abwarten. Viele beschäftigen sich mit einer anderen Zeitung oder einem Magazin.

Die Regale wo sich die Kunst- und Literaturbücher befinden, sind auch voll. Die Tische and Fenster sind schon längst besetzt. Fünf fleißige Menschen lernen, lesen und schreiben. Ein alter Mann blättert in einem dickem Buch über die Malerei. Zwei Frauen im mittleren Alte plaudern darüber, was sie heute abend kochen wollen. Ein Jugendlicher warnt die beiden, weil sie zu laut sind. Ein kräftiger Afrikaner redet mit sich selber mit lautem Ton, alle überhören ihn.

Plötzlich verteilt sich von der Zeitungsabteilung ein lautes Geräusch, als ob in einem Kessel das Wasser zum Kochen gekommen ist. Das pfiffartige Geräusch wurde mit der Zeit zu einem deutlichen Schnarchen. Erst wollte es keiner glauben. Dann sehen sie einen alten Mann in seinem Lesestuhl, als ob er sich einfach hingeschmissen hätte. Er macht einen völlig müden und erschöpften Eindruck, als bereitete er sich auf eine Symphonie vor. Der Mann wird immer lauter. Nach der Entdeckung des Tages nörgeln ein paar Besuchern gleich. In kurzer Zeit aber akzeptiert die Mehrheit den schlaflosen Mann. Er wird toleriert, darf ruhig weiter schnarchen. Ein kultiviertes und verständnisvolles, gemeinsames Einverständnis beherrscht die Räumlichkeiten. Zwei kleine Kinder versuchen die Geräusche nachzumachen. Viele lachen gemeinsam.

Viele denken das wäre Sekundenschlaf. Bald wird der alte und müde Mann wach. Einige denken daran, dass dies mit jedem passieren kann. Manche haben Mitleid mit ihm, wer weiß was er unternommen hat, warum er schlaflos war, das waren einige gedachte Fragen. Viele interessieren sich aber für nichts davon. Sie haben keine Zeit, über sowas nachzudenken oder sich darüber Gedanken zu machen.

Der alte Mann sagt beim Schnarchen etwas. Keiner hat es verstanden. Auf einmal steht der alte Mann plötzlich auf. Genau wie es in den Filmen gespielt wird, sind seine beiden Arme und Hände vorne und mit typischen Schlafwandlerschritten fängt er an, spazieren zu gehen.

21.12.2012

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