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Montag, September 28, 2020
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Interview mit einer Aphothekerin

Frau Eva-Maria Friedrich

 

Wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen? Muss man dafür eine kaufmännische Lehre machen oder studieren?

Schon als Kind haben Apotheken mich stark fasziniert, der interessante Geruch in den Räumlichkeiten, die netten „Verkäufer“ in Ihren weißen Kitteln, die man sonst nur bei Ärzten gesehen hat und bestimmt nicht zuletzt das Traubenzuckergeschenk…

Um Apotheker zu werden, studiert man Pharmazie. In der Apotheke gibt es aber weitere sehr interessante Berufe, die man in einer schulischen Ausbildung erlernen kann oder man macht eine klassische kaufmännische Ausbildung.

Warum tragen die Apotheker weiße Kittel? Was hat das zu sagen?

Die weißen Kittel haben sich traditionell als eine Art Berufsuniform etabliert. Weiß steht für Reinheit, Klarheit und Sauberkeit, Bekleidung in dieser Farbe ist für Ärzte, Apotheker und Pflegepersonal die ideale Arbeitskleidung, weil ihr Vertrauen entgegengebracht wird.

Nicht zuletzt schützt der Kittel die Kleidung darunter beim Herstellen und Prüfen von Arzneimitteln in Labor und Rezeptur.

Aus welchen Gründen kommen Menschen am meisten zur Apotheke? Nur um die verschriebenen Medikamente zu kaufen oder gibt es auch andere Gründe?

Neben dem Einlösen von ärztlichen Verordnungen kommen viele Kunden mit leichten Krankheitsbildern in die Apotheke, um sich dort fachkundig beraten zu lassen und zur Linderung Ihrer Beschwerden nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel zu erwerben oder sonstige Tipps zur Behandlung zu bekommen.

Vorbeugung von Krankheiten durch Stärkung der körpereigenen Abwehr mithilfe von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen und sonstigen alternativmedizinischen Präparaten spielt auch eine große Rolle.

Nicht zuletzt ist Kosmetik aus der Apotheke sehr gefragt, besonders Menschen mit empfindlicher Haut, die nicht jede Creme vertragen, kommen gern auf die medizinisch geprüften Produkte zurück. Man wird in der Apotheke zu Kosmetik ausführlich beraten und kann oft zunächst erstmal Proben mitnehmen.

Auch die zwischenmenschliche Beziehung insbesondere zu Stammkunden ist nicht zu vernachlässigen, in der Apotheke ist oft noch mehr Zeit für ein nettes Wort zwischendurch als anderswo.

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Was für eine Rolle spielt eine Apotheke zwischen Pharmahersteller und Klienten?

Die Apotheke stellt quasi das Bindeglied zwischen beiden Parteien dar. Sie sorgt dafür, dass dem Kunden die Produkte der Pharmahersteller zur Verfügung stehen, sie prüft sorgfältig die Qualität der Präparate, achtet auf richtige Lagerung, kümmert sich um die Erstattung durch die Krankenkasse und unterstützt bei der richtigen Einnahme, prüft Wechselwirkungen, berät zu möglichen Nebenwirkungen, etc.

Was macht Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten Spaß? Was gefällt Ihnen dabei überhaupt nicht?

Am meisten Spaß macht mir und meinen Kolleginnen und Kollegen, den Patienten zu helfen, indem man stets ein offenes Ohr für alle Wünsche, Sorgen, Nöte und Probleme hat und, soweit es möglich ist, diese bestmöglich zu lösen. Jeder Kunde soll sich bei uns sehr gut aufgehoben fühlen. Wenn sich Kunden für eine Beratung bedanken, die Ihnen ganz besonders weitergeholfen hat, oder einen Service, den wir über das Normalmaß hinaus geleistet haben, man dafür also echte und ehrliche Anerkennung bekommt, freut uns das sehr. Wir haben alle Spaß daran, immer wieder neue und gute individuelle Lösungen zu finden.

Wie in vielen anderen Berufsfeldern ist die Bürokratie in der Apotheke in den letzten Jahren enorm gewachsen, manches davon ist durchaus sinnvoll zum Nutzen aller Beteiligten, aber viele überflüssige Prozesse halten das pharmazeutische Personal eher nur auf, man würde sich lieber mehr auf seine pharmazeutischen Kernkompetenzen zum Wohle des Patienten konzentrieren. Darüber hinaus laufen wir Apotheken immer mehr Gefahr, wegen kleinster Formfehler auf Rezepten von den gesetzlichen Krankenkassen „retaxiert“ zu werden , das heißt die Krankenkasse erstattet vom Preis eines Arzneimittels gar nichts, die Apotheke bleibt auf den kompletten Kosten sitzen.

Das kann im Falle von hochpreisigen Arzneimitteln durchaus die Existenz einer Apotheke gefährden.

Wird bei den Apotheken auch die Qualitätskontrolle durchgeführt? Warum?

In regelmäßigen Abständen prüft ein Pharmazierat im Auftrag der Gesundheitsbehörde die Apotheke daraufhin, ob alle Vorschriften eingehalten werden, die zahlreichen Dokumentationen ordnungsgemäß nachgehalten werden, hygienische Vorschriften beachtet werden, Rezepturen und Arzneimittelprüfungen nach aktuellsten Anforderungen durchgeführt werden, uvm.

Arzneimittelsicherheit für den Patienten ist in jeder Apotheke oberstes Gebot, mit Prüfung der Einhaltung aller Gesetze und Richtlinien wird diese von behördlicher Seite sichergestellt.

Wie werden schwererkrankte Klienten bei den Apotheken behandelt? Was machen Apothekenmitarbeiter bei Ansteckungsgefahr?

In der Regel kommen unsere Mitarbeiter nicht mit schweren Infektionen in Kontakt, für schwererkrankte Patienten werden, da sie in der Regel nicht so mobil sind, mit Medikamenten durch Angehörige oder andere Betreuer versorgt.

Was würden Sie unseren Leser bei der Saisonkrankheit empfehlen? Wie können Sie sich am besten schützen?

Bald beginnt wieder mit Herbst und Winter die Erkältungssaison, ich empfehle jetzt schon auf ein gut gestärktes Immunsystem zu achten, dann haben Erreger bei einer Ansteckung nicht so leichtes Spiel und ein Ausbrechen einer Infektion kann oft verhindert werden. Bewegung, insbesondere an der frischen Luft, eine ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse, Wechselduschen und ausreichend Schlaf stärken die körpereigene Abwehr. Vitamin- und Mineralstoffpräparate helfen, Defizite in diesem Bereich auszugleichen und das Immunsystem zu unterstützen. Ich persönlich schwöre auf Lutschtabletten mit Zink und Vitamin C bei ersten Anzeichen einer Halsinfektion, neben der abwehrstärkenden Wirkung dieser Kombination hält Zink lokal Viren in Schach.

Vielen Dank!

 

aka-Pflegeblatt, Ausgabe: 2, Dezember 2017

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