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Podiumsdiskussion über die Pressefreiheit in der Türkei

Letzten Mittwoch am 18. April fand an einem schönen, fast sommerlichen Abend im Hamburger Rathaus eine Abendveranstaltung statt. Zwei Journalisten aus der Türkei, Fatih Polat und Erk Acerer, haben über die Repressalien, Unterdrückungen, Verbote, Festnahmen, Verhaftungen, alle erdenkliche Hindernisse der Regierung gegen Journalistinnen bzw. deren Tätigkeiten ausführlich berichtet.

Wir lesen täglich auch in Deutschen Medien unter welchen Umständen die Journalisten in der Türkei arbeiten. Wir reden von einem Land, in dem wegen irgendwelchen Sozialmedien Einträgen oder Kommentaren Menschen verhaftet werden. Geschweige anständiger Berichterstattungen, oder irgendwelcher journalistische Tätigkeit. Es ist offensichtlich ein gefährlicher Beruf in der Türkei Journalist zu sein, bzw. Journalistischen Prinzipien treu zu bleiben und nach Pressekodex zu arbeiten.

Fatih Polat ist zur Zeit der Chefredakteur der Tageszeitung Evrensel. Obwohl die tägliche Auflage dieser Zeitung 5703 beträgt (Quelle: http://www.yaysat.com.tr/newsletter-sales/ vom 19.04.2018), ist sie trotzdem für den Staat wie ein Dorn im Auge. Verbote, Zensur, willkürliche Festnahmen, Beschlagnahmungen, Verhaftungen usw. sind ständig an der Tagesordnung.

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Der andere Gast Erk Acerer schreibt für die türkische Tageszeitung BirGün und das türkischsprachige Projekt taz-gazete. BirGün hat ein paar tausend mehr Auflagen als Evrensel. Dennoch ist auch sein Anteil von dieser Unterdrückungspolitik genauso gross. Beide Journalisten erzählten, wie die Regierung versucht nicht nur Journalisten, Ressourcenleiter, Chefredakteuren zu diktieren wie Journalismus gemacht werden muss, während die Afrin Besatzung den Vertretern der größten Medien wortwörtlich vorschrieb, was und wie sie zu berichten hatten. Es ging ja um die sogenannte nationale Sicherheit. Auch nach den Putschversuchen vom 15 Juli 2016, an dem die kritischen Journalisten wegen Anhängerschaft der Terrororganisationen willkürlich verhaftet und ins Gefängnis gebracht wurden, wo das kleinste Andersdenken verboten wurde. In den gestellten Fragen antworteten sie eigentlich, dass in der Türkei Journalismus auszuüben immer noch erlaubt sei, sollten sie allerdings anfangen über die schmutzigen Machenschafften der Regierung zu berichten, ziehen sie die zörnigen und wütenden Blicke der Regierung auf sich. Dann fangen die Operationen an, die Befehle an Polizei oder Staatsanwälte was sie gegen solche Berichterstattungen zu tun haben.

Die Deutsche Bevölkerung ist, zumindest nach dem Fall des Deniz Yücel, über die tagtäglich geschehene Beschlagnahmungen der Pressefreiheit in der Türkei vielseitig informiert. Dennoch wäre es viel informativer und wirkungsvoller von zwei konkreten Betroffenen, bzw. lebendigen Zeugen direkt informiert zu werden. Man könnte all die Fragen stellen, mit diskutieren und sich ausführlich über die Geschehnisse informieren.

Der Abgeordnete Deniz Celik von der Linkspartei Hamburg hat die Veranstaltung moderiert. Der Simultanübersetzer war, ohne jemanden zu kränken, dieser Aufagabe nicht gewachsen. Er bemühte sich zwar sehr, aber viele wichtige Punkte musste er kürzen. Noch eine Kritik an die Organisatoren, so eine wichtige Veranstaltung hätten sie mit anderen demokratischen Kräften gemeinsam organisieren können. Es waren kaum Einheimische- und Einwandererjournalisten im Saal. Anscheinend haben die Probleme ihrer Berufskolleginnen keinen Nachrichtenwert für diese Presse, oder sie diztanzieren sich von dem kritischen Journalismus und Berichterstattungen. Solidarität ist unter diesen Menschen höchstwahrscheinlich ein Fremdwort. Dennoch war dieser Abend furchtbar informativ und ich versuche immernoch ihn zu verdauen.

19.04.2018

 


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