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Donnerstag, September 24, 2020
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Der Brand in Ludwigshafen, Deutschland, die Türkei und die Kurden

Nach dem tödlichen Hausbrand in Ludwigshafen erklärte SPD-Chef Kurt Beck mit auffälliger Eile, noch bevor die Ermittlungen der Polizei begannen, es habe dort keinerlei Anschlag mit ausländerfeindlichem Hintergrund gegeben. Das machte sicherlich viele bestürzt und zornig. Warum muss man sofort eine Erklärung abgeben, oder warum sollte man überhaupt erst auf die Idee kommen, dass ein ausländerfeindlicher Anschlag verübt wurde?

Nicht nur hier lebende Ausländer, sondern auch die ganze Welt weiß, dass Deutschland auch hässliche Seiten hat, besonders wenn es um tödlichen Rassismus geht. Es gab in der Vergangenheit mehrmals ähnliche Angriffe, die mehrere Menschenleben auslöschten. Also hatten die deutschen Behörden damals auch eine ganze Menge vertuscht, oder versucht zu vertuschen. Der Fall Lübeck ist heute das beste Beispiel dafür.

Ist es möglich, Ermittlungen zu verfälschen? Ist es möglich, der unbeirrbaren deutschen Polizei bei solchen Vorfällen nicht zu vertrauen? Könnte man gerechter- und begründeterweise unseren Staatsanwälten misstrauen? Verhält es sich so, dass die Gesetze nicht günstig für die Opfer ausfallen, sondern günstig für die Täter? Stimmt es, dass diverse Verfälschungen und Desinformationen oder Verharmlosungsversuche der Medien nicht mehr zu übersehen sind? All diese Fragen dürfen entschlossen bejaht werden. Das ist zwar traurig, aber wahr. Denn Deutschland ist für solche Attacken bereits aktenkundig und darum der Weltöffentlichkeit bekannt.

Aber was nicht so leicht zu verstehen und zu akzeptieren ist, ist die Art, auf die nun plötzlich die türkischen Oberhäupter und Führer prompt und salopp auf diesen Fall aufspringen, ganz so, als ob sie gerade darauf gewartet hätten. Wenn ich diese „Fürsprecher“ der türkischen Gemeinde in der Glotze sehe, denke ich mir, Deutschland, mittlerweile auch mein Heimat- und Vaterland, ist kein souveräner Staat mehr. Meinungen, Vorschläge und Empfehlungen erreichen uns von außen. Die führende Elite der Türken belehrt uns über die Menschenrechte und so weiter.

Kein einziger Journalist kommt auf die Idee, Herrn Erdogan einmal zu fragen, ob diese plötzlichen Türkenfreund einmal in Sivas war, wo vor 15 Jahren 33 wertvolle Intellektuelle von zehntausenden Menschen in einem großen unmenschlichen Schauspiel lebendig verbrannt wurden. Was ist mit dem Krieg gegen Kurden, der heute immer noch täglich viele Menschenleben kostet? Die Türken sagen, sie hätten mit Hilfe ihrer Alliierten die PKK-Stellungen bombardiert. Die dortigen Kurden berichten, bei jedem dieser Luftangriffe würden etliche zivile Häuser oder Dörfer zerstört. Das bedeutet, jedes Mal werden davon Kinder, Frauen, ältere Menschen, das Vieh, die Felder betroffen. Warum sagen diese menschenfreundlichen, humanistischen und modernen Politiker der Türkei darüber nichts? Es kommt immer die gleiche Antwort darauf: Man sagt, es sei eine innere Angelegenheit der Türkei, ein privates Problem des Landes.

Als Journalist und als Mensch beruhigt es mich manchmal, ein Skeptiker ohne paranoides Gedankengut zu sein, wenn es auch in mir einen gewissen Zorn hervorruft. Alles deutet daraufhin, dass wir im Recht sind, zu sagen, die deutschen Behörden haben in der Tat etwas zu verstecken. Warum brauchen sie sonst gerade türkische Ermittler? Was ist mit der türkischen patriotischen Presse los? Auf einmal sind sie kämpferisch türkisch, so dass sie für die Rechte der hier lebenden Türken eintreten? Geht es dabei nur darum, mehr zu verkaufen, oder wurden sie einmal passionierte Menschenfreunde? Wenn dem so ist, was ist dann mit ihrer Berichterstattung gegen den Kurden-Krieg? Warum machen sie sich nie Gedanken darüber, wann diese Feindseligkeiten aufhören sollen?

Und was ist mit der deutschen Öffentlichkeit? Fühlen sie sich nie in ihrer Ehre gekränkt? Als Deutscher fühle ich mich davon betroffen. Auf einer Seite sehe ich meine Behörden, die einen schlechten Ruf wegen der rassistischen Attacken haben und mich immer zur Vorsicht aufrufen; auf der anderen Seite die Anführer der Türken, die selber vor ein Kriegsverbrechertribunal gehören, und die jetzt für meine geraubten oder verletzten Rechte einzutreten versuchen. Da muss ich mich sehr wundern. Bin ich denn im falschen Film?

2008

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