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Dienstag, September 29, 2020
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Die Osmanen (III)

Jener Kanunî Süleyman nahm 1521 Bagdad ein, 1522 die Insel Rhodos und 1526 wurde in der Schlacht bei Mohács, in der König Ludwig II. von Ungarn und mindestens 24 000 seiner Soldaten getötet wurden, das Schicksal Ungarns besiegelt. 1533-36 nahm Süleyman außerdem ganz Kurdistan in Besitz. Sein Abkommen mit den Kurden ging in die Geschichte ein. Es war wegweisend für die Verbesserung der Lebensumstände der kurdischen Bevölkerung: Bis zur Endphase des alten Reiches lebten die Kurden in diesen Gebieten friedlich und fast problemlos neben den anderen Volksgruppen.

Kurdistan war eine Provinz, genau genommen ein „Eyalet“ (Großregion oder tributpflichtiger Vasall) des Reiches. Nach diesen Eroberungen machte sich Süleyman den Prächtigen an die Einnahme Belgrads. Nachdem er die Ungarn bei Mohács besiegt hatte, drang er bis Wien vor. Somit kamen die Türken erstmalig nach Mitteleuropa, als große und gewaltbereite Bedrohung. (Viele Chronisten und Geschichtsforscher gehen sozusagen davon aus, dass im Falle einer Niederlage Wiens im 16. Jahrhundert ganz Europa islamisch geworden wäre, zumindest an der Oberfläche.) Es gelang Süleyman zwar nicht, Wien zu erobern, aber trotzdem befand sich das Reich in dieser Zeit auf dem Höhepunkt seiner Macht. Nach nur 19 Tagen war Süleyman I. aufgrund eines zu frühen Wintereinbruchs gezwungen, die Belagerung Wiens abzubrechen. Dennoch wurde Österreich als Folge dieser Belagerung jahrelang tributpflichtig. Die osmanischen Seestreitkräfte beherrschten das Mittelmeer, dabei Tripolis, Tunesien und Algerien. 1566, bei der zweiten Belagerung Wiens, starb Süleyman in Ungarn. Somit begann letztlich auch das Ende des Reiches. Unter der Regentschaft Süleymans erreichte das Osmanische Reich auch auf dem Mittelmeer und dem Roten Meer seinen Höhepunkt.

Süleymans Sohn Selim II. galt als dekadenter Schöngeist. Er widmete sich lieber der Jagd, der Musik, der Poesie und dem Trinken. Er führte ein sehr angenehmes Hofleben, Kriege und Eroberungen waren für ihn Fremdwörter. Das Reich wurde in Wirklichkeit nicht von ihm, sondern von seinem Wesir Sokollu Mehmed Pascha regiert. 1570 und 1571 eroberten die Osmanen die Städte Nicosia und Famagusta auf der Insel Zypern, doch ihre Flotte wurde schon im Jahr 1571 im Golf von Lepanto, als sich die Flotten Venedigs, des Papstes und der Spanier zusammengeschlossen hatten, vollständig zerstört. Der Sultan starb im Jahre 1574, wahrscheinlich an Leberversagen, wegen Alkoholmissbrauchs, würde man heute sagen. Auch sein Sohn und Nachfolger Murad III. war kein großer Herrscher wie seine Vorfahren. Er führte weiter eine Friedenspolitik gegenüber Österreich und Venedig. Einige kleine Kämpfe bezeichnen die Chronisten als unbedeutend. 1581 und 1583 unternahmen die Osmanen Feldzüge nach Persien, auf die Krim und nach Transkaukasien. Die Grenzen des Osmanischen Reiches konnten aber nicht mehr nennenswert erweitert werden. Der Sultan starb im 1595 nach einem epileptischen Anfall.

Sein Sohn Mehmed III. beherrschte das Reich bis zu seinem Tod im Jahre 1603, wobei er stets unter dem starken Einfluss seiner Mutter stand. Er unterhielt weiterhin friedliche Beziehungen zu Europa. Sein Sohn Ahmed I. wurde mit 14 Jahren Sultan. Das polnische Heer unter Jan Sobieski besiegte am 12. September 1683 das Osmanische Heer und zwang so die Osmanen zum Rückzug. Im Inneren kamen Zeichen des Verfalls zutage. Verschwendung und Bestechung kennzeichneten das Leben am Hofe. Durch die Entdeckung des Seeweges nach Indien verlor auch der Handel an Bedeutung.

(Fortsetzung folgt)

Süleyman Deveci, 2008

Teil 1: https://localhost/asite01/2017/11/28/die-osmanen-i/

Teil2: https://localhost/asite01/2017/12/13/die-osmanen-ii/

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