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Kurz vor dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung 2017

Kurz vor dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung 2017

Durch diesen Tag denken wir zumindest einmal im Jahr an die Menschen mit Behinderungen, obwohl wir mit ihnen zusammenleben oder sogar öfter an deren Leben teilnehmen und zu ihrem Leben dazugehören. Ein Tagesblatt propagierte vor kurzem, dass ein „Arschloch“ zu sein eine Tugend und unser neuster Trend wäre. Nicht etwa die Hilfsbereitschaft, Solidarität, das Zuhören oder Mitteilen, das Verständnis zeigen, Toleranz, Freundschaft usw. Wie kann man mit diesem neuen Trendverständnis mit seinen Mitmenschen zusammen leben? Geschweige mit einem Menschen mit Behinderung?

Wenn es auch nicht einen Tag, sondern nur für ein paar Stunden sollten wir deren Platz einnehmen und versuchen zu verstehen, wie schwer eigentlich das alltägliche Leben für einen Mensch mit Behinderung ist. Von Frühmorgens bis Spätabends sollte man sich ein Bild machen. Vom Ankleiden, Frühstücken, zur Schule oder Arbeit gehen, Feierabend machen, nach Hause kommen, eventuell bürokratischen Kram erledigen, Abendbrot essen, ins Bett gehen usw. Auch sollte man sich fragen mit was für welchen Hindernissen diese Menschen eigentlich tagtäglich regelrecht kämpfen müssen?

Eins ist sicher, Menschen mit Behinderung brauchen nicht unser Mitleid oder unsere scheinheilige Hilfe, sondern unsere aufrichtige Solidarität und ein gemeinsames finden von Lösungen für ihre Probleme. Vor allem aber die Gleichheit. Das Wort Integration ist schon längst veraltet. In diesem Sinne denke ich, dass Inklusion die richtige Wortwahl ist.

Es ist höchste Zeit, dass in unseren gängigen Köpfen ein neues Denken bzw. Umdenken stattfindet. Die Betroffenen brauchen nicht unser Mitleid oder unser scheinheiliges Interesse, sondern unsere aufrichtige Solidarität, manchmal auch bei der Beseitigung deren Hindernissen, wenn unsere Mithilfe nötig ist.

Meiner Meinung nach, sollte eine neue Bewegung stattfinden. Die Betroffenen, deren Angehörige, ihre Familien und Freundschaftskreise, die sensiblen Menschen aus aller Teilen von unser Gesellschaft, das heißt, dass von ganz unten eine neue Bewegung entstehen kann. Um mehr Rechte und Aufmerksamkeit zu gelangen muss man kämpfen, dafür die Stimme erhöhen. In der Menschheitsgeschichte gibt es kein gegenteiliges Beispiel. 

Wir leben in einer neuen Zeitebene, wo die ganze digitale Welt mit ein paar Knopfdrücken erreichbar ist. Um unseren Meinung zu präsentieren gibt es so viele Möglichkeiten vergleichbar zu von vor zehn Jahren. Das bedeutet, dass man sich in heutigen Umständen viel rasanter, in umfangreicheren Kreisen, mehr Menschen erreichen, neue Debatten auslösen, vorhandene Probleme und Lösungswege diskutieren und finden kann.

Als durchschnittlicher Bürger musste man allen solchen Strukturen, Organisationen, Vereinen, ob kleines oder großes Zusammenkommen, unterstützen und seinen eigenen Beitrag für die gemeinsame Solidarität leisten. Nicht um sein eigenes Gewissen zu beruhigen, sondern, dies als normale bürgerliche Pflicht und Aufgabe ansehen. Das sollte teilweise im Gesetzesbuch stehen, aber größten Teil in unserem Herzen und Verstand erheblichen Platz haben. Wenn wir erstmal dieses Gedankengut verinnerlicht haben, denke ich, man befindet sich schon auf dem richtigen Weg.

Süleyman Deveci, 18.11.2017

 

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