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Montag, Januar 25, 2021
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Schreiben und Schreiben und Schreiben oder eine Einleitung

Schreiben und Schreiben und Schreiben oder eine Einleitung

Als diese Blogseite gegründet wurde, war die Grundidee meine eigenen veröffentlichten Werke bekannt zu machen. Man gibt ja nicht jeden Tag ein Buch heraus, bis zum nächsten Werk habe ich meine Ruhe, dachte ich mir. Es ist lange Zeit so auch gut gegangen, genau wie ich es mir vorgestellt hatte. In letzter Zeit aber nehme ich des öfteren Leserbriefe oder Infos entgegen, die fragen, weshalb ich nicht über das alltägliche Leben schreiben würde. Als ob ich jeden Tag nicht genug schreibe, soll ich nun dazu noch, nach Wunsch der Leserinnen und Leser, hier auch eigenes notieren. Erst habe ich diese Extrawünsche gut ignoriert. Aber im Laufe der Zeit haben diese Wünsche sich vermehrt. Ein Autor, der seinen Leserinnen und Leser oder mit heutigen Namen „Follower“ nicht nachkommt, sei kein guter Autor. Also bleibt mir nichts anderes übrig als mich danach zu richten.

Meine treuen Fans wissen bestimmt, dass ich meine ersten Blogerfahrungen im Jahre 2007 gesammelt habe. So viele politisch radikale Texte, über alle Angelegenheiten, auch über mein alltägliches Leben hatte ich reichlich geschrieben. Nach etwa einem Jahr war mein erster Blogmord begangen worden. Mit der Reife und der Zeit bin ich vielleicht mit einigen dieser Beiträge heute nicht mehr einverstanden oder sie sind mir peinlich, aber so ist das Leben. Aus Fehlern lernen wir. Durch Niederlagen werden wir schließlich weiser und mächtiger. Meine zweite Erfahrung war 2015. Auch auf den damaligen Seiten habe ich über alles großzügig und naiv geschrieben. Dieses Mal aber war dies weniger politisch, sondern mehr literarisch gewesen. In einer Krisensituation habe ich auch jene Seite hinter mir gelassen.

Beide Blogseiten hatten eine Gemeinsamkeit, beide waren auf Türkisch und Deutsch vorbereitet und durchgeführt. Nun ist es wieder soweit. Dieses Mal aber, möchte ich nur noch auf Deutsch schreiben, denn meine türkischen Texte werden weder gelesen noch verstanden. Dafür habe ich so viele Reaktionen und Beweise.

Als Blog- und Buchautor, Magazinherausgeber, Kolumnist, Essayist, Romancier, Kurzgeschichten Erzähler, Redakteur (zurzeit Chefredakteur), Buch Rezensent, Filmkritiker, Schriftsteller, Literarischergruppen Gründer (was für eine Selbstverherrlichung aber Tatsache) und Familienvater bleibt mir eine nicht sehr große Wahl. Viele kennen mich, aber so viele jedoch nicht. Es geht hingegen auch nicht nur darum. Einer der nicht im Internet aktiv präsent ist, wird schnell als Asozial oder Hochnäsig abgestempelt. Das heißt auch, ich brauche ein gutes eigenes Bild von mir selbst.

Das Schreiben tun wir um unseren Seelen zu stillen, uns zu beruhigen, auch wenn wir von einer Erleuchtung nur ein bisschen haben, diese mit mehr Mitmenschen zuteilen, ob beim Lehren lernen oder umgekehrt. Wenn man so grob daran denkt, findet man dutzende Gründe um jeden Tag zu schreiben. Aber das will ich ja gerade nicht. Sowas, nenne ich einen „Umsonsttext“, den keiner liest. Menschen lesen nämlich solche Texte ungern. Texte, die besserwisserisch klingen, oder von einem Namenlosen Autor geschrieben worden sind.

Zum Beginn möchte ich keine Versprechungen geben, die ich vielleicht nicht einhalten kann. Ihr habt mich also doch dazu überredet und überzeugt, ab und zu etwas zu schreiben. Aber was dieses „etwas“ ist, sollte dennoch mir überlassen sein. Ich werde und kann schreiben worüber ich gerade will und wonach ich in dem Moment Lust habe. Wenn eine Blogseite keine Narrenfreiheit anbietet, dann sollte man sie auch nicht ernst nehmen.

In diesem Sinne darf ich euch, all meine treuen und untreuen Leserinnen und Leser, herzlich begrüßen und willkommen heißen, in meine Gedankenwelt, jene zurzeit zum Glück nur mir gehört.

Süleyman Deveci, 21.11.2017

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